Das Besondere sein
Herr Konold, Sie sind seit diesem Jahr als Nachfolger von Wolfgang Gönnenwein künstlerischer Leiter der Ludwigsburger Festspiele und gleichzeitig Intendant des Staatstheaters Nürnberg. Was hat Sie an dieser Aufgabe und an dieser Doppelrolle gereizt?
Zwei Dinge. Zum einen: Ich vergleiche ein Staatstheater mit fünfhundert Mitarbeitern immer mit einem Supertanker. Sie stehen auf der Brücke und sagen: «Jetzt will ich nach rechts» , dann sagt der Rudergänger «scharf rechts», und das Boot fährt trotzdem noch einen Kilometer weiter geradeaus, bevor es reagiert.
Man kann viel und Interessantes bewegen mit einem solchen Apparat, aber die Trägheit ist ein wenig höher, während Festspiele aus meiner Sicht das Schnellboot sind. Man kann spontaner damit umgehen, und man hat natürlich, gemessen an einem Theater, sehr viel mehr freie Mittel für Kunst. Ich habe in Ludwigsburg inklusive Logistikkosten gut zwei Drittel meines Etats für die künstlerischen Projekte, in Nürnberg sind es – Milchmädchenrechnung insofern, als ich Orchester, Chor, Sänger, Schauspieler und Tänzer ganzjährig bezahle und entsprechend einsetzen kann – ungefähr fünf Prozent. Auf der anderen Seite muss ich in Ludwigsburg jeden ...
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