Buch des Monats: Eine intellektuelle Existenz
Über Carl Dahlhaus, den führenden Musikwissenschaftler seiner Zeit, schrieb sein Freund und Studienkollege Joachim Kaiser 1989 einen bewegt-bewegenden Nachruf. Dahlhaus, heißt es da, habe «mit dem Leben gezahlt dafür, eine intellektuelle Existenz führen zu wollen – um jeden Preis». Das klingt pathetisch nur für diejenigen, die Dahlhaus nicht kannten und sein Werk nicht kennen. Dieses Werk ist inzwischen in zehn Bänden gesammelt greifbar. Es war und ist posthum Gegenstand von Symposien, sorgt unverändert für Anregungen – auch und gerade dort, wo sich Musikwissenschaft wandelt.
Für Dahlhaus waren zum Beispiel historische Forschung und Neue Musik keine sich ausschließenden Kategorien. Er interessierte sich leidenschaftlich für die Musik seiner Gegenwart, etablierte aber auch Oper und Musiktheater als Gegenstand der Forschung (was damals alles andere als selbstverständlich war). Er verknüpfte Teildisziplinen seines Faches, sah historische und systematische Musikforschung stets aufeinander bezogen. Wegweisende Editionen, darunter das «Neue Handbuch der Musikwissenschaft», Pipers «Enzyklopädie des Musiktheaters» und die Neue Wagner-Gesamtausgabe gehen auf ihn zurück.
Sein nur 60 Jahre ...
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Opernwelt 11 2022
Rubrik: CD, DVD, Buch, Seite 37
von Stephan Mösch
ML = Musikalische Leitung I = Inszenierung B = Bühnenbild K = Kostüme C = Chor S = Solisten UA = Uraufführung
DEUTSCHLAND
Aachen Theater Aachen www.theateraachen.de
- Mozart, Le nozze di Figaro: 6., 19., 26.
- Blech, Alpenkönig und Menschenfeind: 12., 27.
Annaberg-Buchholz Winterstein-Theater www.winterstein-theater.de
- Mozart, Die Zauberflöte: 6., 11., 9.,...
Wer als Jugendlicher begeistert Ernst Kreneks «Jonny spielt auf» in einer Aufführung oder als Videomitschnitt erlebt hat, der spürt vielleicht noch die damalige Enttäuschung, die im Zeichen der Hörrezeption des Nachfolgebühnenwerks des österreichischen Großtalents auf ihn einprasselte: «Der Diktator» (1926), unmittelbar nach dem «Jonny» entstanden, klingt spröde,...
Erich Wolfgang Korngolds Oper «Die tote Stadt» gehört zu den Werken, deren Rezeptionsverlauf von den Einschlägen der Zeitgeschichte schwer getroffen wurde. Als Korngold das Werk im Alter von 23 Jahren schrieb, war er ein erwachsengewordenes Wunderkind, das imstande gewesen wäre, sich dauerhaft mit Richard Strauss und Giacomo Puccini zu messen, hätten ihn nicht die...
