Brot gegen Wagner
Neues Musiktheater ist selten lustig. Im Raumklang findet Lachen keinen Platz. Deswegen gebührt der japanischen Komponistin Misato Mochizuki allein schon dafür Dank, dass sie ihrer ersten Beschäftigung mit dem Musiktheater ein heiter-witziges, zugleich mit etwas tieferer Bedeutung ausgestattetes Libretto zugrunde legt. Der Titel ihrer Kammeroper klingt vielversprechend: «Die große Bäckereiattacke». Das verheißt Krimispannung, Oper als Action-Kino mit Musik. Grotesk beginnt es.
Da liegt der Bäcker, Kommunist und Richard-Wagner-Enthusiast nach der Arbeit auf seinem Ruhekissen und hört: Wagner. Zwei junge Burschen, die fürchterlichen Hunger haben, dringen bei ihm ein und fordern Brot. Der Bäcker bietet einen Deal an: Brot gegen das Mitanhören «seiner» Wagner-Musik. Dass die beiden Hungerleider unter den «Tannhäuser»-Klängen ebenso leiden wie der Sangesritter in der Oper, braucht nicht weiter ausgeführt zu werden.
Wagner-Klänge ertönen auch zum Schluss. Da müssen sieben vermummte Helden zu «Götterdämmerungs»-Zitaten in die qualmende Walhallburg einsteigen, die hier nichts anderes ist als der Backofen. Aus solchen Anspielungen ergeben sich immer wieder komische und groteske Augenblicke, ...
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