Bravissimo!
Iside, schöne, stolze Tochter des Flussgottes Inachos und verlobt mit dem ägyptischen König Osiris, ist, man kann es nicht anders sagen, sauer. Ach, was: Enragiert und fuchsteufelswild ist sie. Also schleudert sie ihre erklecklichen thymotischen Energien heraus wie eine Furie – so furios, dass wohl selbst Jupiter, oberster olympischer Casanova, lieber das Weite suchen würde. Dafür hat Antonio Lotti in seiner 21.
Oper (der Mann war wirklich fleißig, sucht aber bis heute vergeblich nach dem gerechten Lohn für seine Kunst) mit dem schönen Titel «Giove in Argo» Töne und Klänge gefunden, die auf höchstem Niveau die höchste Erregung der Gottestochter mit Grandezza darzustellen wissen.
Was Lotti nicht wissen konnte: Mehr als 300 Jahre gingen ins Land, bevor jemand auf die Idee verfiel, die Arie der Iside «Con fiamme, e con straggi» auf eine kleine Silberscheibe zu bannen und sie damit (fast) für die Ewigkeit zu retten. Sophie Junker und das von seiner Konzertmeisterin Martyna Pastuszka geleitete {Oh!} Orkiestra haben es nun getan und sorgen für einzigartiges Hörerglück. Was für ein Wurf! Was für eine Wucht und eine Verve! Schon die instrumentale Einleitung gleicht einem Gewitter, das ...
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Opernwelt Juli 2025
Rubrik: Medien, Seite 35
von Jürgen Otten
ML = Musikalische Leitung I = Inszenierung B = Bühnenbild K = Kostüme C = Chor S = Solisten P = Premiere UA = Uraufführung
DEUTSCHLAND
Aachen
Theater Aachen
www.theateraachen.de
- Verdi, Ernani: 5., 8.
Angermünde/Prenzlau
Uckeroper
www.uckeroper.de
- Charpentier, David et Jonathas: 4., 6., 12. (Angermünde), 18., 20. (Prenzlau)
Annaberg-Buchholz
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Der Plan war beinahe genial: eine Opiumhöhle in San Franciscos Chinatown. Der zwielichtige Inhaber Cim-Fen will sich in der Stadt nach oben kämpfen, gerät auf die schiefe Bahn, entführt ein Kind, wird zum Mörder des Nebenbuhlers, muss alles mit dem Leben bezahlen, und mittendrin Jonas Kaufmann. So hatte man sich dies an der Bayerischen Staatsoper eigentlich gedacht...
Zweifellos gibt es mehr vergessene als bekannte Meisterwerke, das ist keine Neuigkeit. Saison für Saison erleben wir auf Bühnen und Tonträgern erstaunliche Wiederentdeckungen, die einen begeistern, verwundern und gelegentlich auch konsternieren: Wie etwa konnte Antonio Smareglias «Nozze Istriane» unter unserem Radar durchrutschen? Eigentlich hätten die Antennen...
