Außer Atem
Es ist eine Menge los im neuen Dortmunder «Don Giovanni»: Schon in der Ouvertüre tuscheln der Titelheld und sein Diener auf einer Bank am linken Bühnenrand und brechen in höhnisches Gelächter aus. In rascher Folge huscht auch das übrige Personal herbei. Konstellationen werden angedeutet, stumme Szenen skizzieren die folgenden Turbulenzen. Derweil hat George Petrou mit der Ouvertüre ein stürmisches Tempo angeschlagen, dem die Dortmunder Philharmoniker auf der Stuhlkante sitzend folgen.
Der Dirigent wird den gesamten Abend keine Sekunde lockerlassen, permanent drängt er vorwärts und trimmt das Orchester auf einen schlanken, durchhörbaren Klang. Die Philharmoniker folgen ihm brillant, insbesondere den Bläsern gelingen fulminante Soli. Insgesamt aber klingt dieses Mozart-Bild atemlos – was in dieser Oper über einen rastlosen Verführer stellenweise durchaus Sinn ergibt, auf die Dauer aber ins Leere läuft, zumal sowohl Ensemble als auch Chor oft nicht mitkommen. In den Ensembles klappert es, Sechzehntel-Ketten und Koloraturen verwischen bis zur Unkenntlichkeit.
Petrou reagiert mit seinem Volldampf-Konzept auf den wilden Aktionismus, den Ilaria Lanzino veranstaltet. Die Regisseurin will ...
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Opernwelt März 2025
Rubrik: Panorama, Seite 41
von Regine Müller
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