Editorial Opernwelt 3/25
Man staunt nicht schlecht angesichts der jüngeren Vorfälle an der Berliner Alice Salomon Hochschule (ASH), wo sogenannte «linke» propalästinensische Aktivisten ungestört zur Intifada aufriefen und Zionisten zu unerwünschten Personen erklärten, ohne dass die Hochschulleitung mäßigend eingegriffen hätte.
Man staunt über die Chuzpe derer, die den täglich zunehmenden Antisemitismus – der britische Philosoph Brian Klug hat ihn zutreffend als eine «Feindschaft gegen Juden als Juden» definiert – in diesem Land als Kavaliersdelikt begreifen und es mehr oder weniger billigend in Kauf nehmen, dass jüdische Studierende – nicht nur an der ASH, sondern ebenso an anderen Wissenschaftshochschulen – unverhohlen bedroht werden und sich deswegen nicht mehr auf den Campus geschweige denn in die Vorlesungen trauen, weil sie Angst haben (müssen). Und man staunt darüber, dass es anscheinend straffrei gestattet ist, Gebäude, in denen der freie Geist «herrschen» sollte, zu verwüsten oder eine Richterin aus dem Hörsaal zu vertreiben, nur weil sie jüdischen Glaubens ist und dies auch noch offen bekennt. Man staunt und fragt sich: Darf das sein? Bereits im November 2024 sprach sich der deutsche Bundestag in ...
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Opernwelt März 2025
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Jürgen Otten
Das «Urlicht» glimmt noch, aber Samuel Hasselhorn, der mit dem gleichnamigen Album und Orchesterliedern von Mahler, Korngold, Zemlinsky und Braunfels kürzlich erst Furore machte (berechtigter Lohn war die Kür zur «CD des Monats»), bewegt sich bereits wieder in den Gefilden der frühen Romantik, einer ihm zutiefst vertrauten ästhetischen Landschaft: «Licht und...
Die Opéra national de Paris hat kein Glück mit dem «Ring». Wagners Tetralogie wurde in Frankreichs Hauptstadt zunächst stückweise präsentiert, zudem in der falschen Reihenfolge: «Das Rheingold» kam erst 1909 zur Aufführung, nach «Walküre» (1893), «Siegfried» (1901) und «Götterdämmerung» (1908) – und zwei Jahrzehnte nach Produktionen in ungleich kleineren Städten...
Zu den erstaunlichen Aspekten dieses in vielfacher Hinsicht erstaunlichen Stücks gehört, dass es von einem jungen Mann geschrieben wurde. «Guercœur» mutet in vielem an wie ein opus summum. Albéric Magnard war aber Mitte Dreißig, als er daran arbeitete. Eine Tragédie en musique nennt er sein zwischen 1897 und 1900 entstandenes Werk, knüpft damit ans barocke...
