Aussagekräftige Visitenkarten
Einmal im Jahr steht die Oper splitternackt da. Dann kann sie sich nichts mehr in die Tasche lügen. Wenn der Jahres- bzw. Saisonhaushalt durchkalkuliert wird, regieren blanke Zahlen. Längst ähnelt die Oper einem Wirtschaftsunternehmen. In trüben Zeiten sind Ideen begehrt, wo man wieder ein paar Euros einsparen kann. Oder, umgekehrt, wie man sich noch etwas dazu verdienen könnte. Etwa mit DVDs? «Sie sind grosso modo budgetneutral», konstatierte im Juli Alexander Pereira, Zürichs umworbener, aber treuer Hausherr, in einem Interview mit der «NZZ». Er muss es wissen.
Denn kaum ein anderes Haus füttert den Markt mit so vielen DVD-Produktionen wie die Oper Zürich. Jahrelang habe er, Pereira, versucht, Fernsehanstalten für Opern-Übertragungen made in Zürich zu begeistern – Fehlanzeige. Erst als sich das ZDF für eine Aufführung der «Belle Hélène» interessierte, kam Bewegung in die Sache. Denn Pereira verzichtete kurzerhand auf das seinem Haus angebotene Sümmchen – unter der Bedingung, dass man den «Figaro» unter Harnoncourt gleich mit aufzeichne. Für Pereira sind DVD-Produktionen ein «Puzzle, bei dem verschiedene Partner – Fernsehanstalten, Produzenten, allenfalls private Sponsoren – ...
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