Ausgesetzt

Manoury: Lab.Oratorium
Köln | Philharmonie

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Mit Wagner hat die Musik von Philippe Manoury eigentlich nicht viel zu tun. Jedenfalls beim ersten Höreindruck. Die strudelnden Ströme, die vulkanisch bebenden Flächen, das gleißende Licht und all die krachenden Gewitter, die Manourys Klangfantasie immer wieder freisetzen, bilden schon eine Welt für sich. Eine Welt, die dauernd in Turbulenzen zu geraten, ständig unter Hochspannung zu stehen scheint. Es ist keine unendliche Melodie, die da langsam, wie eine psychedelische Droge, zu Kopfe steigt, sondern ein gestisch tönender élan vital, der umweglos in den Körper fährt.

Zum zentralen Werk- und Spielzeug seiner Entäußerungen hat der französische Komponist einen Apparat erkoren, der seit den Anfängen im Mannheim der Mozart-Zeit, also während der letzten 250 Jahre, zwar gewachsen, aber im Kern unverändert geblieben ist: das klassische Symphonieorchester. Womit wir dann doch wieder bei Wagner wären.

Wenn Manoury das traditionelle Orchester als eine Maschine mit unbegrenzten Ausdrucksmöglichkeiten begreift, ist das auf die Dresdner Hofkapelle gemünzte Wagner-Wort von der «Wunderharfe» nicht weit. Und wenn der natürlich mit den Farbenlehren seines Heimatlandes bis zur Spektralmusik ...

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Opernwelt Juli 2019
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Albrecht Thiemann

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