Auftrieb durch Anspruch

Das kleine Stadttheater in Klagenfurt floriert – und geht mit Schostakowitschs «Lady Macbeth von Mzensk» an seine Grenzen

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Um die südlichste Landeshauptstadt Österreichs zu erreichen, muss man von der Magistrale zwischen München und Wien abbiegen und das Massiv des Tauerngebirges unterfahren. Das 1910 zum 60. Regierungsjubiläum von Kaiser Franz Joseph I. in Klagenfurt eingeweihte «Jubiläums-Stadt-Theater» liegt so gesehen in einer Art geschützten Zone, ist durch seine Lage im Dreiländereck Österreich – Italien – Slowenien aber seit je auch ein bedeutender Faktor der Grenzüberschreitung.

Seit sechs Spielzeiten amtiert dort Florian Scholz als Intendant.

Der gebürtige Heidelberger war in Paris Assistent von Gerard Mortier und hatte zuletzt leitende Funktionen bei Nikolaus Bachler in München inne. In Klagenfurt führt er ein Zweispartenhaus mit 735 Plätzen. Pro Saison gibt es sechs Musiktheater- und vier Schauspielpremieren sowie ein Kinderstück. Dazu kommen Studioproduktionen und Konzerte des Kärntner Sinfonieorchesters, das vor allem durch Alexander Soddy eine beachtliche Qualitätssteigerung erreichte.

Scholz ging seine erste Saison im Musiktheater sehr entschieden an. Für das heimische Publikum schien der Wechsel zu avancierten Regiehandschriften etwa von Anna Bergmann («Der Freischütz») oder Árpád ...

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Opernwelt April 2018
Rubrik: Magazin, Seite 75
von Karl Harb

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