Auf und Ab

Die Hamburgische Staatsoper versucht eine «Trilogie der Frauen»

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In den vierzehn Jahren der Ägide von Rolf Liebermann hat die Hamburgische Staatsoper 22 neue Opern herausgebracht. Die meisten davon seien, wie Pierre Boulez in seinem berühmten «Spiegel»-Interview spöttelte, von Liebermann selbst geschrieben worden – durch andere Komponisten im (Un-)Geiste des bürgerlichen Durchschnittsgeschmacks.

Dieser Geschmack wurde später, wenn auch nur selten, durch die Uraufführungen von Wolfgang Rihms «Eroberung von Mexico» (1992 unter Ingo Metzmacher) und Helmut Lachenmanns «Das Mädchen mit den Schwefelhölzern» (1997 unter Lothar Zagrosek) auf eine harte Probe gestellt.

Auf diese Tradition hat sich Simone Young als Intendantin und Dirigentin berufen, als sie anlässlich des 1910 durch Clara Zetkin begründeten Internationalen Frauentags für eine «Trilogie der Frauen» bei dem argentinischen Komponisten Oscar Strasnoy eine Kurzoper nach einer Erzählung der 1942 in Auschwitz ermordeten russisch-französischen Autorin Irène Némirovsky in Auftrag gab: «Le Bal» – gedacht als satirisches Mittelstück zwischen Arnold Schönbergs Monodram «Erwartung» von 1909 und Wolfgang Rihms «Das Gehege» – der musikalischen Umsetzung einer nächtlichen Szene aus «Schlusschor» von ...

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Opernwelt Mai 2010
Rubrik: Im Focus, Seite 16
von Jürgen Kesting

Vergriffen
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