Fenster zur Surrealität
Ein Riesenerfolg? Der Jubel klang eher nach Aufmunterung. Wenige Tage vor der Premiere hatte Intendant Ulrich Peters mit verbitterten Worten öffentlich gemacht, was ohnehin wochenlang geraunt wurde: Sein Vertrag als Chef des Gärtnerplatztheaters wird über 2012 hinaus nicht verlängert. War's die kaum gesteigerte Auslastung (zuletzt 78 Prozent)? Die dürftige Regie-Ausbeute? Oder waren es innerbetriebliche Querelen? Bayerns Kunstministerium hält sich bedeckt – wohl um Peters' Zukunft nicht zu verhageln.
Und um von der eigenen Schuld abzulenken: Im ganzen deutschsprachigen Raum, so tönte es seinerzeit, habe man gesucht, um einen Nachfolger für Klaus Schultz zu finden. Dass man ausgerechnet auf den damaligen Augsburger Intendanten Peters kam, erstaunte und stieß auf Kritik – schließlich hätten sich, wie nachträglich herauskam, Lösungen mit Christof Loy oder Brigitte Fassbaender angeboten.
In der Premiere von Janáceks «Die Sache Makropulos» wird die Krux der Ära Peters augenfällig. Das Stück passt zwar perfekt zu Münchens zweitem Opernhaus. Doch wie fast immer, wenn sich Ulrich Peters oder einer seiner von ihm engagierten Kollegen auf den Regiestuhl setzt, krankt die Sache am «Wie». Dass ...
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