Auf schwierigem Pfad
Nach einer durch Corona stark verkürzten Saison 2020 kehrte das Rossini Opera Festival in diesem Jahr zur Normalität zurück, wiewohl mit eingeschränkter Platzkapazität (50 Prozent), Maskenpflicht und einem ordnungsgemäß kontrollierten «Green Pass». In der Vitrifrigo-Arena wurden «Moïse et Pharaon» und «Elisabetta, regina d’Inghilterra» gezeigt, im Teatro Rossini, das kleineren Formaten vorbehalten ist, gab es «Il signor Bruschino».
«Moïse et Pharaon», eine Oper, die 1827 in Paris als «Oratorium» konzipiert wurde und eine tiefgreifende Neufassung von «Mosè in Egitto» (Neapel 1818) darstellt, ist ein monumentales Werk, das große Chöre und ein üppig besetztes Orchester erfordert. Die elegante, dabei leider höchst konventionelle Inszenierung des 91-jährigen Veteranen Pier Luigi Pizzi übte sich in sparsamen Gesten und ließ wenig Interaktion zwischen Sängerinnen und Sängern zu. Obwohl Giacomo Sagripanti das Solistenensemble effizient zusammenhielt und das Orchestra Sinfonica Nazionale della RAI exzellent musizierte, war eine wirkliche interpretatorische Linie kaum erkennbar; auch mangelte es den Sängerinnen und Sängern an einer gewissen «Grandeur». Ausgezeichnet hingegen der von ...
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Opernwelt November 2021
Rubrik: Magazin, Seite 75
von Guy Chequi
Taiwan wirkt nicht auf den ersten Blick wie eine Oase der Oper. Doch der Schein trügt: Im vergangenen März, als die meisten Theater weltweit stillgelegt wurden, brachte das Nationale Kaohsiung Zentrum für Kunst und Kultur an der Südwestküste der Insel vier szenische Vorstellungen von Verdis «La traviata» auf die Bühne. Das schlicht-moderne Inszenierungskonzept der...
Die Gattungsbezeichnung, die sich John Corigliano für seine nunmehr 30 Jahre junge Fortsetzung von Mozarts «Le nozze di Figaro» wählte, ist überaus vielsagend. Eine «Grand Opéra Buffa» nannte er den 1991 an der New Yorker Met aus der Taufe gehobenen Zweiakter. Die Uraufführung unter James Levine betonte denn auch die gleichsam amerikanisch-französische Devise eines...
Hochmut kommt vor dem Fall. Und dieser «Fall» ist tatsächlich todbringend. Der «Regent», der sich anmaßen wollte, Christus, der Erlöser, selbst zu sein und damit sogar noch über sein egozentrisches Credo «Ich bin» hinauszugelangen, stürzt ausgerechnet mit jenem Raumschiff ab, das er dem «Techniker» zu entwerfen aufgetragen hat. Nichts weniger als die Grenzen des...
