Auf die Mischung kommt es an
Zu einer Zeit, als auch für das Lied orchestrale Heerscharen aufgeboten wurden, stimmte Hugo Wolf mit dem «Italienischen Liederbuch» einen Lobgesang auf den Zauber des Alltäglichen an – gleich die erste Nummer kündigt das programmatisch an: «Auch kleine Dinge können uns entzücken». Anfang 2018 waren Wolfs 46 Miniaturen europaweit einem Arena-Ambiente ausgesetzt: in Berlin, Hamburg und Essen, in London und Paris, in Barcelona und Budapest.
Denn gesungen wurden sie von zwei Promis, die große Hallen füllen: Diana Damrau und Jonas Kaufmann verkürzten die Sammlung, die das Lebensgefühl der Toskana spiegelt, zum Dialog eines mal zärtlichen, mal zänkischen Liebespaares. Man könnte auch sagen: Die Stars waren hier das Programm.
Bei dem CD-Dokument handelt es sich um einen Mitschnitt des Konzerts aus dem Alfried Krupp Saal der Essener Philharmonie. Die erste klangliche Forderung an Liedinterpreten, heißt es in Franziska Martienssen-Lohmanns Buch «Der wissende Sänger», sei die Fähigkeit, Farben zu mischen. Doch schon in puncto Timbre passen der helle (fast weißliche) Klang der Sopranistin und der Bronzeton des Tenors so wenig zusammen wie die Manier der Gestaltung: eher deklamatorisch ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Februar 2019
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 20
von Jürgen Kesting
Sie war eine der großen Diven des 20. Jahrhunderts, auf der Opernbühne wie im Film, doch in Deutschland, wo ihre Weltkarriere begann, scheint der Nachruhm verblasst: Jarmila Novotná (1907-1994), Schülerin der nicht weniger bedeutenden Emmy Destinn. Im hohen Alter schrieb sie ihre Lebenserinnerungen auf; kürzlich erschienen diese in englischer Übersetzung und...
Dass die wohl berühmteste Theaterliebesgeschichte nicht gut ausgeht, die gerade erst sich anbahnende Mesalliance zwischen Romeo und Julia, ist eigentlich sattsam bekannt. Doch selbst wer Shakespeares berühmtes Drama nicht kennt oder Bernsteins geniale Musical-Version und auch nicht die zahlreichen Verfilmungen, merkt in Aachen schon, wenn der Vorhang sich hebt,...
Er hat es geschafft, wieder einmal. In einem unmöglichen, halb verunglückten, krausen Kunstwerk den zeitlos gültigen Kern freizulegen. Zu jenen verborgenen Kräften vorzudringen, die von Anbeginn die menschliche Existenz befeuern – im Guten wie im Schlechten. Liebe und Hass, mit allen Zwischentönen – das ist das große, nie erledigte Thema, dem sich Christof Loy...
