Apropos...Figur

Seit ihrem Deutschland-Debüt vor 15 Jahren als Elsa unter Daniel Barenboim gehört Emily Magee zu den wichtigsten Sängerinnen des jugendlich-dramatischen Sopranfachs – eine Position, die die Sängerin aus Colorado in den letzten Jahren mit Rollen wie Tosca und der Kaiserin in der «Frau ohne Schatten» ausgebaut hat. Mit ihrer neuesten Bühnenrolle geht sie noch einen Schritt weiter: Bei den Salzburger Festspielen verführt sie als Salome. Premiere der Inszenierung von Stefan Herheim ist am 16. April.

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Frau Magee, in ein paar Wochen geben Sie Ihr Bühnendebüt als Salome. Haben Sie schon Bauchtanz geübt?
Bis jetzt nicht – obwohl ich den traditionellen Bauchtanz sehr feminin und sinnlich finde. Aber meine Erfahrungen mit Tanzunterricht bestehen im Wesentlichen aus einigen Ballettstunden. Obwohl ich Tanz sehr mag, wird aus mir sicher keine Tänzerin mehr.

Salome-Darstellerinnen zeigen oft nicht nur Stimme, sondern auch viel Haut – bis hin zu völliger Nacktheit.

Wie stehen Sie dazu?
Für mich hängt das davon ab, ob die Nacktheit in einer Produktion eine besondere Seite Salomes zeigen kann. Ich persönlich denke allerdings, dass es erotischer sein kann, nur die Idee von Nacktheit zu vermitteln. Ich habe von Produktionen gehört, wo alle nur noch darüber diskutierten, wie weit sich die Sängerin entblößt. Das finde ich langweilig, außerdem führt es für mich vom Stück wie von der Oper eher weg. Deshalb bevorzuge ich eine «geschmückte» Salome, wie sie Oscar Wilde beschrieben hat.

Dessen ungeachtet ist die Herausforderung groß, als Salome eine gute Figur zu zeigen. Wie halten Sie sich fit?
Eine gute Figur muss man heute für jede Rolle haben, aber die Herausforderung, als Sängerin fit zu sein, ist ...

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Opernwelt April 2011
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Jörg Königsdorf

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