Blütenreich und Nachtschatten
Es muss kein Nachteil sein, wenn auch das Auge sich an Sängern erfreuen kann. Karrieren freilich, bei denen die Optik der Akustik den Rang abläuft, haben sich häufig als prekär erwiesen – obwohl man mit Künstlerinnen wie Anna Netrebko oder Elina Garanca in dieser Hinsicht auch Glück hatte. Oder mit Kate Royal, deren Familienname wie die Erfindung eines Werbemanagers klingt, aber durchaus echt (und bürgerlich) ist.
Ihre Mutter war Model, und dieses Gen hat sich auch bei Kate ausgewirkt – man verglich die Britin schon mit Carla Bruni oder Catherine Zeta-Jones, und der «Stern» überschlug sich: «Schmale, langgliedrige Eleganz, eine lässig ebenmäßige Schönheit mit langen dunklen Locken, braune Raubtieraugen, Sex-Appeal, leicht unterkühlt, smart, wortgewandt...» Doch, Gott sei Dank, auch begabt mit einer attraktiven Stimme, einem lyrischen Sopran von fülligem Timbre und leuchtendem Klang. In ihrem feinen Album «A Lesson in Love» (EMI) kann sie diese lyrischen und klanglichen Möglichkeiten quer durch das Blütenreich abendländischen Liedschaffens schön entfalten – mit Kompositionen von u. a. Schubert, Schumann, Wolf, Liszt, Brahms und Strauss, Debussy, Ravel, Fauré und Duparc, Bridge, ...
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Opernwelt April 2011
Rubrik: Medien/CDs, Seite 26
von Gerhard Persché
Chacun à son goût», lautet die Lebensmaxime des Prinzen Orlofsky. Der blasierte Lebemann, der sein Geld in vollen Zügen hinauswirft, langweilt sich und möchte endlich wieder einmal herzhaft lachen. Die Frankfurter Neuinszenierung von Christof Loy kann (und will) da keine Abhilfe schaffen. Selten wurde in einer Aufführung der «Fledermaus» so wenig gelacht wie an...
«Man kann sich selbst nicht sehen…, Geschichten gibt es nur von außen…, daher unsere Gier nach Geschichten!» – Sätze aus Max Frischs Roman «Mein Name sei Gantenbein», die der Regisseur Lorenzo Fioroni ins Programmheft seiner Osnabrücker Inszenierung von Jacques Offenbachs fantastischer Oper «Les Contes d’Hoffmann» setzen ließ (Premiere am 15. Januar 2011). Was dort...
Tschaikowskys «Eugen Onegin» verlangt eine genaue Kenntnis der sozialen, psychologischen, gesellschaftlichen und politischen Lebensbedingungen der Menschen um die Mitte des 19. Jahrhunderts in Russland. Verloren in den Weiten eines unendlichen Landes, Rückständigkeit bei der anderswo rasch sich entwickelnden Industrialisierung, Sehnsucht nach einer fernen Welt...
