Blütenreich und Nachtschatten

Vorzügliche Alben von Kate Royal und Juliane Banse – und musikgeschichtliche Raritäten aus Dänemark

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Es muss kein Nachteil sein, wenn auch das Auge sich an Sängern erfreuen kann. Karrieren freilich, bei denen die Optik der Akustik den Rang abläuft, haben sich häufig als prekär erwiesen – obwohl man mit Künstlerinnen wie Anna Netrebko oder Elina Garanca in dieser Hinsicht auch Glück hatte. Oder mit Kate Royal, deren Familienname wie die Erfindung eines Werbemanagers klingt, aber durchaus echt (und bürgerlich) ist.

Ihre Mutter war Model, und dieses Gen hat sich auch bei Kate ausgewirkt – man verglich die Britin schon mit Carla Bruni oder Catherine Zeta-Jones, und der «Stern» überschlug sich: «Schmale, langgliedrige Eleganz, eine lässig ebenmäßige Schönheit mit langen dunklen Locken, braune Raubtieraugen, Sex-Appeal, leicht unterkühlt, smart, wortgewandt...» Doch, Gott sei Dank, auch begabt mit einer attraktiven Stimme, einem lyrischen Sopran von fülligem Timbre und leuchtendem Klang. In ihrem feinen Album «A Lesson in Love» (EMI) kann sie diese lyrischen und klanglichen Möglichkeiten quer durch das Blütenreich abendländischen Liedschaffens schön entfalten – mit Kompositionen von u. a. Schubert, Schumann, Wolf, Liszt, Brahms und Strauss, Debussy, Ravel, Fauré und Duparc, Bridge, ...

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Opernwelt April 2011
Rubrik: Medien/CDs, Seite 26
von Gerhard Persché

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