Apropos...Carmen

Endlich kann sich Stella Doufexis einen Herzenswunsch erfüllen: Nach vielen Hosenrollen (von Cherubino bis zum Hamlet ihres komponierenden Ehemannes Christian Jost) wird sie auf der Bühne der Komischen Oper Berlin dem Inbegriff verführerischer Weiblichkeit nachspüren – und Bizets Carmen verkörpern. Stichwortgeber am Regiepult ist Sebastian Baumgarten, die musikalische Leitung hat der Bonner GMD Stefan Blunier (Premiere am 27. November).

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Frau Doufexis, hat Ihr Mann Christian Jost schon Veränderungen an Ihnen wahrgenommen, seit Sie Carmen proben?
Na, hören Sie mal... (lacht). Ich bin doch glücklich verheiratet! Wenn ich mich mit jeder Rolle verändern würde... Nur mit einer Sache habe ich noch zu kämpfen: mit den Kastagnetten. Das muss noch besser werden.

War die Frage abwegig?
Eigentlich nicht. Man könnte sagen: Je männerverschlingender auf der Bühne, desto glücklicher verheiratet. Deswegen sind wir Sänger so ausgeglichen. Wir können uns auf der Bühne herrlich abreagieren.

Nur: Carmen auf die Verführerin zu reduzieren, finde ich ohnehin zu wenig. Bei Carmen geht es viel mehr um ihre totale Freiheitsliebe. Sie macht, was sie möchte, lässt sich nicht einengen oder zwingen. Das führt zu einer bestimmten Ausstrahlung und auch erotischen Faszination. Carmen macht nichts künstlich. Diese Frau ist so.

Ist Carmen immer noch Traumziel für jeden Mezzosopran?
Ja, eine Rolle, auf die man sich ein Leben lang freuen sollte. Für mich übrigens ein Ausflug ins weibliche Fach! Ich habe so viele Hosenrollen gesungen in letzter Zeit: Hamlet, Octavian, Cherubino, Ramiro. Ich dachte immer, Carmen sei zu heavy, auch zu dunkel timbriert für ...

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Opernwelt Dezember 2011
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Kai Luehrs-Kaiser

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