Mamma Mia
An Eleganz übertrifft es alle anderen. Es ist das schönste Opernhaus, das in den letzten Jahren gebaut wurde. Es steht im chinesischen Qingdao, früher unter dem Namen Tsingtau bekannt, eine Stadt mit deutscher Prägung aus der Kaiserzeit. Deutsche Architekten haben es entworfen: Die Pläne lieferte das Büro von Gerkan, Marg und Partner (gmp) aus Hamburg.
Opernhäuser gehören zu den Prestigeprojekten, die sich die rasant wachsenden chinesischen Millionenstädte zulegen.
Wie Flughäfen, Messegelände und Bahnhöfe werden sie – nach international ausgeschriebenen Wettbewerben – meist von ausländischen Architekten konzipiert und betreut. Peking machte den Anfang mit Paul Andreus Oper(n-Ei). In Guangzhou wurde unlängst das spektakuläre Opernhaus von Zaha Hadid eröffnet, zwei weitere Häuser in Chongqing und Tianjin stammen gleichfalls aus den gmp-Büros.
Qingdao liegt am Gelben Meer mit dem Gebirge des heiligen Bergs Laoshan als Hintergrundkulisse. Die oft von Wolken umhüllten Berge haben die Architekten zu einem metaphorischen Entwurf inspiriert. Die vier «Felsen» der mit örtlichem Naturstein verkleideten Baukörper werden von einem wolkengleichen Kragdach aus Lamellen umspielt, die in der ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Dezember 2011
Rubrik: Magazin, Seite 78
von Falk Jaeger
Zuallererst war es eine Sternstunde des Belcanto: «La donna del lago» an der Scala (eine Koproduktion mit der Opéra National de Paris). Hervorragend besetzt mit dem tenore di grazia Juan Diego Flórez und der virtuosen Joyce DiDonato, die als schottische Nixe in der Titelrolle ihre Koloraturen perlen ließ wie kristallklares Highland-Wasser. Zugleich aber wirkte die...
Mit Gender-Crossing und Wikingermythos eine schwedische Nationaloper im Stil Wagners schaffen. Kein geringeres Ziel hatte sich der Schwede Wilhelm Stenhammar gesetzt, als er 1898 mit «Tirfing» sein zweites Werk für die Bühne komponierte. Doch der 27-Jährige hatte sich verschätzt: Die Oper fiel durch. Gerade 17-mal wurde «Tirfing» bis 1901 gegeben, um danach in der...
Wer sich so nach dem Tod sehnt wie Tristan kann in dieser Welt immer nur ein Unbehauster, Heimatloser bleiben. Gefangen in einer Zwischenwelt, einem Umzug, der nicht enden will. Als solchen Umzug inszeniert Regisseurin Yona Kim, 2011 für den Deutschen Theaterpreis «Der Faust» nominiert, Wagners Oper in Braunschweig: Plastikplanen hängen von der Decke, überall...
