Apropos... Wurzeln schlagen

Die Mezzosopranistin Helene Schneiderman ist eine dieser Sängerpersönlichkeiten, die es immer seltener gibt. Die ein Ensemble tragen und prägen. Sich für eine Stadt entscheiden und bleiben. Trotz internationaler Angebote

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Frau Schneiderman, 1984 wechselten Sie von Heidelberg nach Stuttgart.
Ja, im Herbst vor genau 30 Jahren. Meine erste Rolle hier war die Cenerentola.

Welche Bedeutung hat das Ensemble für Sie?
Wenn man sich für eine Stadt entschieden hat, dann ist das Ensemble enorm wichtig. Es ist eben anders als bei einem Gastspiel, bei dem es zwar temporär zu einer familiären Situation kommen kann. Aber im Ensemble arbeitet man mit Kollegen in sechs, ­sieben Stücken während einer Spielzeit zusammen, das ist viel ­intensiver.



Gibt es in Stuttgart einen besonderen Ensemblegeist?

Auf jeden Fall! Zwar gab es in dieser langen Zeit Phasen, in denen dieser ­Ensemblegeist mehr, und Zeiten, in denen er weniger zu spüren war – über die Jahre hinweg ist er aber immer präsent geblieben. Meine Sängerkarriere wäre sicher ganz anders verlaufen, wenn ich dieses Ensemble nicht gehabt hätte. Ich habe mich übrigens auch in der Stadt von Beginn an wohlgefühlt, weil ich die Stuttgarter als freundlich empfinde und weil wir ein märchenhaftes Opernhaus haben.

Ihre Eltern Judith und Paul überlebten beide den Holocaust im Konzentrationslager und emigrierten danach in die USA. War es schwierig für Sie, sich mit dem Leben in ...

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Opernwelt Dezember 2014
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Götz Thieme

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