Apropos... Neuland

Als Intendant gelang es Peter Carp, das Theater Oberhausen von 2008 an in die Bundesliga der Schauspielhäuser zu hieven. 2011 wurde Herbert Fritschs Inszenierung von Ibsens «Nora oder Ein Puppenheim» zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Seit 2017 leitet Carp mit dem Freiburger Theater ein Mehrspartenhaus und wendet sich inzwischen, wie Fritsch, verstärkt dem Musiktheater zu. Ist es Liebe?

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Herr Carp, Sie haben gerade an Ihrem Haus Massenets «Manon» inszeniert. Ihre fünfte Musiktheaterinszenierung. Welche Qualitäten muss ein Stück mit Musik haben, um Sie als Schauspielregisseur anzusprechen?
Sehr schwierige Frage … Es ist ganz spezifisch, wie auch bei Dramen. Das einzige Kriterium, das ich nennen könnte: Es muss Menschen erzählen. Oder ich muss das Gefühl haben, mit diesem Werk kann ich etwas über Menschen erzählen: ihre Verwirrungen, ihre Gefühle, ihre Sehnsüchte, ihr Glück, ihr Scheitern – in welcher Reihenfolge auch immer.

Nehmen wir an, Sie finden ein Musiktheater-Werk, in dem Sie zwar die Menschen interessieren, bei dem Sie aber mit der Musik nichts anfangen können ...
Das schließt sich fast ein bisschen aus. Denn die Musik erzählt ja den Menschen, mindestens so sehr wie der Text. Sie gibt in der Oper sogar mehr Informationen über den seelischen Zustand der Menschen als der Text, meine ich.

Manche Regisseure, die vom Schauspiel kommen, machen irgendwann fast nur noch Musiktheater. Hielten Sie das für sich für denkbar?
Wenn keine Schauspieler mehr mit mir arbeiten wollen … (lacht) Nein, im Ernst: Ich mache beides sehr gerne.

Aber wie erklären Sie sich diese ...

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Opernwelt März 2022
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Alexander Dick

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