Apropos... Musikpädagogik
Frau Tzavara, was unterscheidet eine Oper für Erwachsene von einem Musiktheater für Kinder?
Generell nicht viel, außer der Länge. Bei Sechs- bis 14-Jährigen liegt der Standard bei 60, 70 Minuten ohne Pause. Wenn wir von Jugendopern sprechen, vertragen die jungen Zuschauer auch schon anderthalb Stunden. Wir hoffen ja immer, dass die Konzentrationsfähigkeit zunimmt. (lacht) Wichtig bei den Inhalten ist, dass Kinder in der Lage sind, sie zu decodieren oder sich zu ihnen assoziativ zu verhalten. Kinder brauchen Anknüpfungspunkte zu eigenen Erfahrungen.
Das bedeutet nicht, dass man Inhalte verniedlichen sollte.
Was ist ganz schrecklich bei Opernbemühungen für Kinder, wobei bekommen Sie die Krise?
Bei betulichem, didaktischem, Wir-zeigen-den-Kindern-wie-die-Welt-funktioniert-Theater. Das unterfordert Kinder, wir wollen sie ja eher anspornen, selbst die Welt zu erfahren. Ein Beispiel: Meine erste Opernuraufführung war in Köln «Vom Fischer und seiner Frau», jazzig vertont von Ingfried Hoffmann, der auch die «Sesamstraßen»-Musik geschrieben hat. Jetzt gerade feierten wir die Premiere des Musiktheaters «Gold» von Leonard Evers an der Jungen Oper Stuttgart – nach dem gleichen Thema. Das Motiv, ...
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Opernwelt April 2017
Rubrik: Magazin, Seite 87
von Götz Thieme
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