Apropos... Autonomie

Als Britin weiß sie sehr wohl, was das ist: Humor. Und den braucht ROBYN ALLEGRA PARTON gerade sehr, wenn sie an ihre Engagements denkt. Auf der Bühne vergisst sie die Sorgen und ist nur noch eins: eine starke, selbstbewusste Sängerin mit erheblichem schauspielerischen Talent

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Frau Parton, hat Ihr Heimatland Großbritannien durch den Brexit eine höhere Autonomie erlangt, oder ist das ganze Gegenteil der Fall?
Der Brexit ist eine Katastrophe, nicht nur politisch, sondern auch für die Kunst, insbesondere die Oper. Nichts ist seither leichter geworden, im Gegenteil: Die Situation für britische Künstler hat sich signifikant verschlechtert. Generell kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, wie unser Land besser funktionieren sollte, wenn es sich so deutlich von der E uropäischen Union abspaltet, ohne gute Beziehungen zu pflegen.

Haben Sie selbst als in Deutschland fest engagierte Sängerin Nachteile durch die neue Situation? Beispielsweise, wenn Sie in England gastieren?
Ich war zehn Jahre freischaffend tätig, bevor ich das erste Festengagement antrat, und je 50 Prozent meiner Tätigkeit pro Jahr fand in verschiedenen Ländern Kontinentaleuropas und im UK statt. Als Ensemblemitglied an einem deutschen Theater oder als Freiberuflerin in Deutschland kann ich mich aufgrund meiner Aufenthaltserlaubnis nicht länger als sechs Monate im Jahr außerhalb Deutschlands aufhalten, und aufgrund meines Nicht-EU-Status muss ich unterschiedliche Visabestimmungen für jedes andere ...

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Opernwelt September/Oktober 2021
Rubrik: Magazin, Seite 103
von Jürgen Otten

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