Alles nur Fantasie

Wagner: Der fliegende Holländer MÖNCHENGLADBACH | THEATER

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Das Wasser ist allgegenwärtig: In kräuselnden Wellen türmt es sich majestätisch während der Ouvertüre auf einer transparenten Projektionsfläche. Später schwappt es bedrohlich an die Bullaugen des Schiffs «Conqueror Cruises», auf dessen Deck und Unterdeck das Geschehen abläuft, dann wieder glitzert es als spiegelnde Fläche friedlich im Mondlicht. Wasser ist das Element des Holländers, der einst beim Versuch, das Kap der Guten Hoffnung zu umsegeln, Gott lästerte und daraufhin mitsamt seiner Zombiemannschaft dazu verdammt wurde, ruhelos auf den Weltmeeren umherzuirren.

 

Wasser ist in Roman Hovenbitzers Mönchengladbacher Deutung von Wagners Oper mehr als nur das Element. Wasser ist gleichsam eng assoziiert mit Senta. Schon als Kind (Klara Raeder) spielt sie am liebsten im Piratenkostüm mit dem Modell eines Segelschiffs und hat mit Puppen demonstrativ nichts im Sinn. Das sowie die fatale Vorgeschichte ihrer Familie – Sentas Mutter verstarb offenbar durch Suizid, Vater Daland betrog sie, möglicherweise mit der Amme Mary – erzählt Hovenbitzer während der sturmdurchtosten Ouvertüre in stummen Bildern. Aber auch danach taucht das Piratenkostümkind immer wieder als junges Alter Ego von ...

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Opernwelt 11 2022
Rubrik: Panorama, Seite 42
von Regine Müller

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