Editorial 11/22
Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, auch im Kulturbetrieb, der ja ohnehin federführend für das Fach «Glaube, Liebe, Utopien» zuständig ist. Und wohl nur so kann man jene Äußerungen verstehen, die Gerald Mertens, Geschäftsführer der Deutschen Orchestervereinigung (DOV), unlängst in einem Gespräch mit dem Magazin «concerti» von sich gab: An den Auslastungszahlen manch großer Sommerfestivals ließe sich, so Mertens, ablesen, dass das Publikum zur klassischen Musik zurückgekehrt sei.
Auch die Zahlen für Abonnements seien beileibe nicht so schlecht, wie man es vermuten könnte: «Die Tonhalle Düsseldorf ist mit ihren Abo-Zahlen auf Vor-Corona-Niveau angekommen, die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz konnte bei den Abonnentenzahlen ein Plus von 51% einfahren.» Wir wissen: Das ist erstaunlich, will sagen mindestens naiv, wenn nicht bemüht positiv und verkürzend in der Darstellung. Die deutschsprachigen Opern- und Konzerthäuser leiden seit Monaten unter massiven Verkaufseinbrüchen, Ausnahmen bestätigen die Regel. Vielerorts schaut man sich betroffen im halbleeren Saal um.
Nimmt man, wie bekanntlich in den vielen Monaten der Pandemieschließung geschehen, den Menschen ...
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Opernwelt 11 2022
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Arno Lücker
Erich Wolfgang Korngolds Oper «Die tote Stadt» gehört zu den Werken, deren Rezeptionsverlauf von den Einschlägen der Zeitgeschichte schwer getroffen wurde. Als Korngold das Werk im Alter von 23 Jahren schrieb, war er ein erwachsengewordenes Wunderkind, das imstande gewesen wäre, sich dauerhaft mit Richard Strauss und Giacomo Puccini zu messen, hätten ihn nicht die...
Herr Ono, gibt es im Japanischen ein Synonym für das deutsche Wort «Systemrelevanz»?
Nein. Dennoch kann unsere Arbeit nicht existieren, ohne systemrelevant zu sein. Am New National Theatre Tokyo funktioniert das jedenfalls außerordentlich gut. Das Team harmoniert miteinander, alle Bereiche – der künstlerische, der technische wie auch der kommerzielle – arbeiten eng...
Das Lob stammt aus höchst berufenem Munde: «Ich hatte viele wunderbare Kollegen, die mich faszinierten. Da waren die mit den großartigen Stimmen, oder die feinen Musiker, oder die wunderbaren Schauspieler, oder die großen Persönlichkeiten. Aber George London – er hatte Alles.» Damit meinte die große Birgit Nilsson nicht nur Londons mächtige, bassig grundierte, in...
