Ach, Sehnsucht
Opernverfilmungen sind heikel. Meist sind sie es, weil die Regisseure szenisch wenig Risiko eingehen. Da bildet Václav Kaslíks Verfilmung des «Fliegenden Holländer» von 1974 keine Ausnahme. Mit glutroten Segeln kommt das Schiff daher, munter tobt der Sturm; wenn die Pauken donnern, folgen synchron Blitze am Himmel. Das Ganze ist in Szene gesetzte Schauerromantik. Ähnliches im dritten Akt, wenn die toten Seemänner zum Leben erwachen und blutbefleckt wahnsinnstoll durchs Wasser tapsen.
Haben Szenen wie diese noch eine gewisse filmästhetische Dimension, so wirkt der Spinnstuben-Akt wie von einer Opernbühne abfotografiert. Man mag über diese Grundausrichtung streiten; unglücklich wirkt auf jeden Fall die Tatsache, dass Kaslík meist Details, allenfalls die Figuren bildfüllend heranholt. Eine Totale – die beispielsweise das eröffnende Unwetter bedrohlicher hätte aussehen lassen – gibt es nur selten. Auch in der Spinnerstube sieht man die Damen zunächst artig nebeneinander sitzen, während Senta, umherwandelnd, ihre Ballade singt. Später wird Salat geputzt… Zu den Schwächen dieses «Holländer»-Films zählt auch, und vor allem, die schwache Personenregie: kaum Gesten, Regungen, die ...
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