Ach ja, die Liebe!
Von Venedig nach Neapel: Nach Cavallis «La Calisto» zeigt das Teatro alla Scala nun «Li zite ’ngalera» (Die Verlobten auf der Galeere) von Leonardo Vinci und fügt seiner Auseinandersetzung mit dem Barockmusiktheater ein Stück hinzu, das bisher im Mailänder Spielplan fehlte. Bei Vincis Oper handelt es sich um eine Commedia per musica – die erste, deren Manuskript bis heute erhalten geblieben ist. Die Uraufführung fand 1722 im Teatro dei Fiorentini zu Neapel statt, das viele Jahre lang die Wiege dieses zwischen Theater und Oper schwebenden Genres war.
Das damals sehr heterogene Publikum stammte hauptsächlich aus dem Volk, aber auch Mitglieder der königlichen Familie besuchten das Theater, allerdings verkleidet, um unbemerkt an einem Ort zu erscheinen, der für die Aristokratie als nicht adäquat galt. Nahezu obligatorisch war die Verwendung des neapolitanischen Idioms, vor allem für die Figuren aus dem Volk, die auch in Vincis «Li zite ’ngalera» die eigentlichen Protagonisten sind.
Der Schauplatz der verworrenen Handlung ist Vietri, ein kleines Fischerdorf an der Amalfiküste. Hier hat Edelmann Carlo Celmino Zuflucht gefunden. Er liebt die schöne Ciommetella, für sie verlässt er ...
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Opernwelt Juni 2023
Rubrik: Panorama, Seite 39
von Stefano Nardelli
Seit 2015 leitet François-Xavier Roth die Kölner Oper als Musikchef: eine Zeit der Provisorien, des finanziellen Missmanagements und der organisatorischen Plagen, welche die bis heute nicht abgeschlossene Sanierung von Opern- und Schauspielhaus am Offenbachplatz mit sich brachte. 2025 wird Roth als Chefdirigent zum SWR Symphonieorchester zurückkehren, das er einst...
L’italiana in Algeri» gehört neben «Il barbiere di Siviglia» und «La Cenerentola» zu den drei beliebtesten, meistgespielten Bühnenwerken Gioachino Rossinis. Mit diesem am 22 Mai 1813 in Venedig uraufgeführten dramma giocoso und dem wenige Wochen zuvor ebenfalls dort herausgekommenen melodramma «Tancredi» begann der Aufstieg des damals gerade 21-Jährigen zum...
Die Wirklichkeit ist eine (im besten Sinne) merkwürdige Angelegenheit. In jeder Sekunde tauchen wir in sie ein, nur wähnend, was uns in ihren Tiefen erwartet, was sie uns entgegenbringt, ja: woraus sie grundlegend besteht und als was wir dieses Grundlegende deuten dürfen. Wir definieren Wirklichkeit und müssen doch zugestehen, dass dies wenig nützt, weil die...
