Absurdes Theater

Dvořák: Rusalka an der Staatsoper Berlin

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Die romantische Oper lebt, auch in ihren letzten Exemplaren, vom Dreiklang aus Natur, Liebe und Tod. Streicht man einen dieser Topoi, wird es schwierig; streicht man zwei, ist es nicht mehr romantisch; streicht man drei, haben wir es mit schlechtem Regietheater zu tun. Die neue Berliner «Rusalka» kennt weder Natur noch Liebe; sie bietet lediglich Surrogate an. Im Finale findet Kornél Mundruczó beeindruckende Bilder für den Tod und kompensiert damit immerhin die jämmerliche Leere der ersten beiden Akte.

Von der Operngattung an sich scheint der Regisseur nicht den blassesten Schimmer zu haben. Über zwei Stunden lang gibt es bei ihm keine Szene, keine Aktion, keine einzige Bewegung, die Text und Musik in ein stimmiges Verhältnis setzen würde. Dass er Jaroslav Kvapils Märchen – ein Amalgam aus Andersen, Fouqué, Grillparzer und Hauptmann – in eine Wohngemeinschaft verlegt und den Waldsee in eine Badewanne, ist nicht unbedingt das Problem – aber wie er vorgeht, macht sein Laienspiel zur wahrscheinlich absurdesten Deutung, die jemals irgendwo gezeigt wurde.

Die exzellent disponierte Staatskapelle und eine handverlesene Solistenschar retten den Abend. Man genießt ihre Kunst am besten ...

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Opernwelt März 2024
Rubrik: Panorama, Seite 40
von Volker Tarnow

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