Abschiede

Strauss: Der Rosenkavalier
New York | Metropolitan Opera

Opernwelt - Logo

Endlich hat die Met ihren schwergängigen, vom Publikum indes heißgeliebten «Rosenkavalier» von 1969 in den Ruhestand geschickt. Fortan wird er in jener raffinierten, oft geschäftigen Inszenierung gegeben, die Robert Carsen Ende letzten Jahres an Covent Garden herausbrachte. Paul Steinberg lieferte dazu die im Stil der Sezession gehaltenen, nicht immer attraktiven Bühnenbilder, Brigitte Reiffenstuel exzellent gearbeitete Kostüme aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg.

Strauss und Hofmannsthal haben uns drei außergewöhnliche Finali beschert.

Wirklich in den Griff bekam Carsen freilich nur das erste: Die Marschallin tritt durch Türen ab, die zugleich ihre Möglichkeiten zu verschließen scheinen. Mit dem Gruppenfoto und überfallartigen Massaker des Militärs zum Ende des zweiten Akts hingegen bemüht die Regie derzeit schwer überstrapazierte Klischees. Am Premierenabend kassierte das Produktionsteam einige Buhs, ungetrübter Applaus in der zweiten Vorstellung.

Gefeiert wurde zu Recht Sebastian Weigle, der das Met-Orchester zuletzt (und bisher einzigem Mal) bei einer «Zauberflöten»-Serie geleitet hatte. Weigle wählte rasche Tempi, klare Konturen, lockerte die Zügel freilich in beinahe ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juni 2017
Rubrik: Panorama, Seite 51
von David Shengold

Weitere Beiträge
Jugendfrische Fantasie

Am Himmel der Salle Favart ist jetzt wieder alles möglich. Und auf den Brettern sowieso. Klar, dass Intendant Olivier Mantei und die Bühnentechnik zur Wiedereröffnung der Opéra Comique die generalüberholte Maschinerie tanzen lassen. Mit fliegenden Sängern, Seilartisten und blütenweiß schwebenden Stoffsegeln. Zwanzig Monate war das 1898 eingeweihte Haus an der Place...

Wiedergeburt

Am 3. Dezember 2003, als noch der universell gebildete Gioacchino Lanza Tomasi Regent des Teatro San Carlo in Neapel war, wurde die Premiere von Klaus Michael Grübers und Anselm Kiefers «Elektra» einhellig gefeiert. Im Jahr darauf erhielt sie den begehrten Abbiati-Preis des Verbandes italienischer Musikkritiker. Auch die Wiederaufnahmen an Venedigs La Fenice und...

Der Tote und das Mädchen

John Troutbeck ließ sich nicht erweichen. Als der Priester daran ging, Antonín Dvořáks Kantate für Soli, Chor und Orchester «Svatební Košile » ins Englische zu übertragen, änderte er den Titel. Aus den «Brauthemden» wurde kurzerhand «The Spectre’s Bride», zu Deutsch: «Die Geisterbraut», und dies zu Recht. Der Titel passt weit besser zu jener schaurig-moralischen...