À la française

Isabelle Druet debütiert mit Nachtstücken für den Salon, Sandrine Piau fasziniert mit Liedern von Mendelssohn bis zu Britten und Bouchot

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Mit ihrem Debüt-Recital «Jardin nocturne» verabreicht uns Isabelle Druet eine konzentrierte Dosis französischer Salon-Melancholie. Das Programm ist riskant, denn die 19 Lieder von sieben französischen Komponisten umkreisen die immer gleiche, depressive Nachtstimmung. Da droht Monotonie. Zumal sich das Repertoire literarischer Requisiten bald erschöpft. Das geheimnisvolle Spiel des Mondes auf leicht gekräuselter Wasseroberfläche ist bezaubernd. Beim Blick in den zehnten Brunnen aber beginnt es auch den überzeugtesten Décadent zu nerven.

Dann kommen einem sogar die Klavierbegleitungen des sonst geschätzten Proust-Freundes Reynaldo Hahn mit ihren ewig gebrochenen Akkorden ziemlich stereotyp vor. Was für ein Gigant ist dagegen Chausson mit seinen harmonischen Ausschreitungen. Und man begreift, warum Poulenc, mit dem das Recital beginnt und endet, eine vollkommen neue Konzeption des französischen Liedes schuf: Er befreite es aus der ausgeleierten Konvention der «mélodie», indem er die Melodie strich und eine Art musikalischer Spruchdichtung schuf.

Der leichte, gläserne, in der Mittellage auch substanzielle Ton der 31-jährigen, von William Christie und René Jacobs geförderten ...

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Opernwelt Juni 2011
Rubrik: Medien/CDs, Seite 24
von Boris Kehrmann

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