Zwischen großer Oper und Komödienstadel
Sie schleppt sich dahin, die Wiederentdeckung des Opernkomponisten Georg Philipp Telemann. Zwar steht immer wieder eines seiner Bühnenwerke auf dem Spielplan eines deutschen Opernhauses, doch belegen diese Aufführungen meist vor allem Unentschlossenheit – zwischen den Polen hausgemachten Ensembletheaters und historisierendem Spezialistentum hat sich bislang noch kein echter Telemann-Stil entwickelt. Das liegt natürlich auch an den Werken selbst.
Weil Telemann für sein bürgerliches Hamburger Publikum nicht nur hoch und niedrig, ernst und komisch, sondern auch die verschiedensten Stile seiner Zeit durcheinanderwürfelte, verlangt er von seinen Interpreten auch ganz andere Grundentscheidungen als beispielsweise Händel: Soll man die Werke nun als Unterhaltungsstücke mit leichtgewichtigen musikalischen Beigaben spielen oder ihnen durch Betonung der Versatzstücke der großen französischen und italienischen Oper mehr Tiefgang verleihen?
In seiner Aufnahme des «Orpheus», der bislang gelungensten Einspielung einer Telemann-Oper überhaupt, entschied sich René Jacobs für Letzteres: Mit größtmöglicher Farbigkeit in Orchester und Continuo, affektstarker Phrasierung und echten Opernstimmen wie ...
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Opernwelt Juni 2011
Rubrik: Medien/CDs, Seite 25
von Jörg Königsdorf
ARTE
1./7./13.6. – 6.00 Uhr
Arturo Benedetti Michelangeli
spielt Debussy: Préludes.
2.6. – 6.05 Uhr
8.6. – 6.00 Uhr
14.6. – 6.10 Uhr
Orlando di Lasso: Lagrime di San Pietro.
Collegium Vocale Gent, Philippe Herreweghe.
3.6. – 6.00 Uhr
Thomas Quasthoff singt
Mahler: Kindertotenlieder. Sächsische Staatskapelle Dresden, Zubin Mehta.
3.6. – 16.20 Uhr
Die Pariser Opéra Garnier.
Dokume...
Er hat ja schon etwas von einer Maschine, dieser Kalaf. Wie er stählern und furchtlos der grausamen Prinzessin gegenübertritt und ohne den Schatten eines Zweifels seinen Plan durchzieht, bis sie ihm gehört. Wohl deswegen wird er häufig als Machtmensch in-
szeniert. Mariusz Trelinski will es in Warschau anders machen: Ein Intellektueller ist Kalaf, sagt er, voller...
Herr Valentine, Sie haben mit Ihrer Dauerpräsenz im Musiktheater quasi ein neues Fach kreiert: den Opernschauspieler.
Ich halte nichts von solchen Etiketten. Mir geht es darum, am Rand zu bleiben. Für Schauspieler ist es immer gut, Distanz zu wahren.
Empfinden Sie es als Vorteil, nicht im Opernsinne singen zu können?
Für mich ist Sprache Musik. Das kann man gar nicht...
