Zwischen Traum und Wirklichkeit
Klassische Musik kann für Kinder sehr attraktiv sein», meinte kürzlich Christian Höppner, Generalsekretär des Deutschen Musikrats, «wenn man sie ihnen richtig vermittelt». Doch was heißt es, die Kleinen «richtig» an die Großen der klassischen Musikkultur heranzuführen?
Im letzten Heft haben wir am Beispiel ausgewählter Opernhäuser und Jugendmusiktheater unterschiedliche Wege in der Spielplanpolitik und verschiedene pädagogisch-dramaturgische Angebote für junges Publikum vorgestellt.
Die aktuelle Ausgabe präsentiert nun den zweiten Teil unseres Themas «Wie die Oper Kinder kriegt». Ohne Zauber, ohne Weltvergessen laufe gar nichts, meint etwa Ingolf Huhn, Generalintendant des Theaters Zwickau-Plauen. Und: «Kinderoper braucht nichts Kindgemäßes», weder «Beschränkung auf liedhafte Formen», noch «Eingängigkeit».
Dass man Kindern und Jugendlichen viel mehr zutrauen kann als von vielen traditionellen Opernhasen vermutet, dass Kinder dem singenden Menschen oder neuen Tönen meist offen und unvoreingenommen begegnen, glauben auch die Komponisten Wilfried Hiller und Detlev Glanert – ihre sehr persönlichen Werkstattberichte bilden den Auftakt der folgenden Seiten. Was tut der ...
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Andreas Homokis Komische Oper Berlin gibt sich konsequent realistisch: Eugen Onegin als Jungschnösel der Generation Golf, Mozarts Serail als Metropolen-Bordell, Mahagonny als Ballermann-Disco, Sarastros Feuer-/Wasserprobe als Jungle Camp... In seinen Grundsätzen, reale Menschen und Erfahrungen in den Mittelpunkt zu stellen, beruft sich das seit drei Jahren neu...
Jenes zweigestrichene C, das Rodolfo im ersten Bild der «Bohème» gleich zweimal treffen muss, machte Luciano Pavarotti bekanntlich zum Angelpunkt der Partie, wenn nicht des ganzen Stücks. Gingen die Spitzentöne der Arie «Che gelida manina» und des Finalduetts «O soave fanciulla» daneben, sei der Rest im Grunde schon vergebliche Liebesmüh. Allein, hier irrt Big P.,...
Hätte man uns doch in Kindertagen für die Zinnsoldaten-Sammlung einen so elegant geschwungenen Boden aus hellen Dielen gebaut, wie ihn Hartmut Schörghofer dem Regisseur Steffen Piontek für seine «Lohengrin»-Inszenierung fugenlos verlegen ließ! Dann wären damals unsere liebevoll bunt bemalten Figuren so dekorativ zur Geltung gekommen wie jetzt der Männerchor der...
