Spiel mit der Angst

Oldenburg, Adams: The Death of Klinghoffer

Opernwelt - Logo

Einen von der musikalischen Substanz her eher matten Spielzeitbeginn bescherte Oldenburgs neuer Intendant Markus Müller seinem Opernpublikum: Zunächst Schos­takowitschs bereits erheblich angejahrte «Mos­kau»-Operette, jetzt, als zweite Premiere, den seichten Polit-Thriller «The Death of Klinghoffer» von John Adams, ein seit seiner Brüsseler Uraufführung vor anderthalb Jahrzehnten (siehe OW 5/91) sporadisch im internationalen Repertoire auftauchendes Werk.

Zumindest das Thema – der Überfall palästinensischer Terro­ris­ten auf das Kreuzfahrtschiff «Achille Lauro» im Jahre 1985 – hat (leider) nicht an Aktualität verloren. Dem sich auf Augenzeugenberichte stützenden Libretto von Alice Goodman, das eine Plattitüde an die andere reiht, gelingt jedoch kein überzeugender Zugriff auf das Sujet, und auch die simpel gestrickte Musik kommt trotz erheblichen technischen Aufwands – Synthesizer, elektro-akustische Verstärkung – in ihrer illustrierenden Tendenz kaum über die Wirkung eines Film-Soundtracks hinaus.
Was soll ein Regisseur aus solchen Bedingungen machen? Jens-Daniel Herzog tat sein Bestes und produzierte spannende Unterhaltung im TV-Stil, eine Mischung aus Traumschiff-Melodram und ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Januar 2007
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Gerhart Asche

Vergriffen
Weitere Beiträge
Rossini von der besten Seite

Mit der zweiten Premiere der Saison, dem «Barbiere di Siviglia», ist dem neuen General Manager der Met, Peter Gelb, nach der ständig ausverkauften neuen «Butterfly» in der Inszenierung Anthony Min­ghellas ein weiterer Coup gelungen: Für die erste Aufführungsserie waren bereits am Tag nach der Premiere keine Karten mehr zu bekommen – bei Preisen bis zu 375 Dollar...

Theater der Angst und der ­Grausamkeit

Nicht auf das Märchenhafte des Stoffes ließ sich Kons­tanze Lauterbach ein in ihrer Bremer «Pelléas»-Inszenierung, beschwor auch kein jugendstilhaft-dekoratives Ambiente, sondern führte in teils ungemein aggressiver, dann aber auch wieder berührend poesievoller Symbolik dem Zuschauer menschliche Extremsituationen vor Augen. Es handele sich – so hat es Pierre Boulez...

Der Riesenvogel hebt ab

Noch stehen ein paar Bauzäune um Santiago Calatravas «Palau des les Arts Reina Sofía» in Valencia. An Maschengittern hängen große Plakate, darauf ein Mädel im Biedermeier-Kostüm, energisch die Arme ausbreitend: «Shhhh ... comienza la ópera». Also doch. Vor einem Jahr, bei der «offiziellen Eröffnung» mit einem Galakonzert, konnte bloß ein kurzer Blick in jene...