Sächsisches Urgestein

Siegfried Kurz war ein eigenwilliger Ausnahmekapellmeister. Ist sein Metier heute vom Aussterben bedroht? Eine Erinnerung aus gegebenem Anlass.

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Ein eitler Pultstar war er nie. Aber ein Könner ersten Ranges, der das Eisen mit expressiver Intensität schmiedete und neben dem beinahe kompletten klassischen und slawischen Repertoire Ur- und Erstaufführungen von Dessau, Berg, Schönberg, Udo Zimmermann und vielen anderen Zeit­genossen dirigierte, die der Dresdner Staatsoper in schwieriger Zeit bedeutungsvolle Erfolge bescherten. Man darf Siegfried Kurz mit Fug und Recht als einen der vitalsten und vielseitigsten Kapellmeister des renommierten Opernhauses an der Elbe bezeichnen.

Ja, der Dirigent und Komponist, der noch heute an den Radebeuler Weinbergen zu Hause ist, hat Spuren im Dresdner Musikleben hinterlassen. Er zählte stets zu den Dirigenten, die sich nicht nur bei spektakulären Premieren auffällig engagierten, sondern durch ihren entschiedenen Einsatz im Opern­alltag auffielen. Gerade da gab er mit seinem von absoluter Metierbeherrschung getragenen, so schlackenlos klaren wie scharfkantigen Dirigieren den Auffüh­rungen entscheidende Impulse. Mir ist eine «Ariadne»-Aufführung in Erinnerung, in die ich in den sechziger Jahren unversehens geriet (damals noch im Kleinen Haus der Dresdner Staatstheater). Da trat der noch nicht ...

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Opernwelt Januar 2007
Rubrik: Retrospektive, Seite 68
von Eckart Schwinger

Vergriffen
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