Verkanntes ­Meisterwerk

Boitos «Mefistofele» in der ­Frankfurter Produktion als CD

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Boitos «Mefistofele» hat in der Geschichte der Schallplatte eine Rolle gespielt, die in keinem Verhältnis steht zu der vergleichsweise bescheidenen Verbreitung des Werkes auf der Bühne. Kaum ein Tenor des italienischen Fachs hat es in den letzten hundert Jahren versäumt, sich mit den beiden Arien des Faust zu verewigen, kein lirico-spinto-Sopran hat Margheritas Kerkerarie «L'altra notte in fondo al mare» ausgelassen. Für Enrico Caruso und Beniamino Gigli war «Dai Campi, dai prati» sogar der Einstieg in die Schallplatten-Karriere.


Etwa ein Dutzend Aufnahmen der Oper, die bei der Uraufführung an der Mailänder Scala 1868 ausgepfiffen wurde, sieben Jahre später in gekürzter Form in Bologna aber einen Triumph erlebte, sind bereits auf CD veröffentlicht worden. Dabei sind einige Piraten-Mitschnitte noch gar nicht mitgerechnet. Doch eine in jeder Hinsicht befriedigende Interpretation ist nicht darunter. Das liegt vor allem an der Komplexität des Werkes: Traditionelle italienische Kantilene verbindet sich mit einer Orchesterbehandlung à la Berlioz und einem hochkarätigen Text, der dem Original Goethes so nahe wie nur irgend möglich kommt. Dirigentische Routine ge­nügt da ebenso wenig wie ...

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Opernwelt Januar 2007
Rubrik: CDs, Seite 55
von Ekkehard Pluta

Vergriffen
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