Zwei Herzen für die Kunst
Je älter er wurde, desto aristokratischer wirkte er mit seiner schlanken Gestalt und dem schmalen, vergeistigten Gesicht. Aber wenn man ihm begegnete, in Spoleto bei seinem «Festival zweier Welten» oder auch nur im kleinen Gießen, wo er auf Einladung seinen «Konsul» und seine «Globolinks» inszenierte, dann schienen die Jahre irgendwie spurlos an ihm vorübergegangen zu sein: dieselbe Neugier, dieselbe Begeisterung für alles Künstlerische und für Menschen, die sich wie er an der Kunst erfreuten.
Als Opernkomponist von rund zwei Dutzend Titeln bewegte sich der 1911 im lombardischen Cadegliano geborene Menotti bewusst in der italienischen Tradition, vornehmlich eines Puccini. Das wurde ihm in früheren Jahren von den Kollegen der Moderne eher übel genommen. Heute darf man das entspannter und gerechter sehen: Die Erzähloper ist nicht tot, die Menschen schätzen es immer noch, auf der Bühne an Schicksalen teilnehmen zu können, wie in Menottis 1950 uraufgeführtem «Konsul»: Politische Gewalt, geheime Staatspolizei, Bürokratie zerstören das Leben einer Frau. Das war damals hochaktuell. Heute etwa nicht? Menottis Komponieren mag zwar eklektizistisch sein, bewahrt aber dabei eine ...
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Als nach der Premiere von Pietro Mascagnis «Iris» die letzten Gäste das Chemnitzer Opernhaus verlassen, ist vor der Fassade schon das Banner für den nächsten Spieltag festgezurrt. Die «Comedian Harmonists» kommen. Das szenisch in Deutschland zuletzt 1899 (!) aufgeführte Japan-Stück Mascagnis steht erst Ende März wieder auf dem Spielplan. Die Entdeckung muss...
Über dieser Premiere hingen dunkle Wolken. Intendant Albrecht Puhlmann und der ursprünglich vorgesehene Regisseur David Alden hatten sich bei Probenbeginn so zerstritten, dass Alden das Stück zurückgab. Puhlmann gelang es, Calixto Bieito zu gewinnen, der «Jenufa» noch nie inszeniert hatte, mehr oder weniger die Bühnenbild- und Kostümentwürfe seines Vorgängers...
Ein großer Tag, ein Ehrentag für Generalintendant Klaus Pierwoß: In seiner letzten Spielzeit wurde ihm der neu geschaffene Preis der Deutschen Theaterverlage überreicht, und was Winfried Jacobs, der Vorsitzende der Jury, dazu an Begründungen in seiner Laudatio ausführte, zeigte eindrucksvoll den Rang, den das Bremer Musiktheater dank Pierwoß während der letzten...
