Schöner Schrecken
Manchmal erscheint der Opernbetrieb rätselhaft. Da existiert ein wahrhaft operntheatralisches Werk – heftige Leidenschaften, Hysterie bis zum Wahnsinn, pralle Figuren, eine vehement mitreißende Musik von erstaunlicher Ausdruckspalette – und dann wird dieses Werk höchst selten gespielt. Warum? Vielleicht hat es Prokofjew mit seinem «Feurigen Engel» doch zu toll getrieben. Eine junge Frau träumt als Kind von einem Engel, der dann sogar ihr Spielgefährte wird, bis sie ihn mit der Bitte um körperliche Vereinigung erzürnt.
Er verschwindet, will aber zu gegebener Zeit wieder in Menschengestalt erscheinen. Renata, so heißt die Frau, glaubt in einem Grafen namens Heinrich den verloren Geglaubten wiederzuerkennen. Das kurze Glück währt nicht lang. Wortlos verschwindet auch Heinrich. Seither sucht Renata verzweifelt nach ihm. Ein neuer Begleiter namens Ruprecht hilft ihr dabei, verliebt sich zugleich in die Frau. Dann geht es drunter und drüber. Ein Magier und ein exakter Naturwissenschaftler mischen mit, Ruprecht trägt ein Duell mit dem Phantom Heinrich aus und wird dabei schwer verletzt. Im letzten Akt treibt der Wahnwitz dem Gipfel entgegen. Renata tritt als Novizin in ein Kloster ein, ...
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