Neues in nicht immer gänzlich neuem Gewand
Das gibt es auch nicht alle Tage. Eine junge Regisseurin wirft zwei Tage vor der Premiere hin und reist ab, weil man sie um ein paar kleine szenische Änderungen bittet. So geschehen im Next Liberty, einer Nebenspielstätte der Grazer Oper. Dort versuchten sich vier Nachwuchskomponisten aus den Klassen etwa von Beat Furrer oder Georg Friedrich Haas an Kurzformen musiktheatralen Schaffens. Vor allem drei Dinge wurden dabei deutlich: Es gibt begabte junge Komponisten/innen; zu viel Orientierung an einem Lehrer ist eher schädlich; ein unausgewogenes szenisches Konzept kann viel zerstören.
In einer Bühnenlandschaft aus Notenbögen, alten Grammofonen, Filmprojektoren, Tonbandgeräten mit herausquellenden Bändern und im Raum verstreuten Instrumenten und Musikern, bewegt sich ein Haufen Menschenmaterial. Es handelt sich um die Statisterie der Grazer Oper, die Notenpapier faltet, Projektoren bedient, telefoniert, immer wieder schreit, das Licht an- und ausmacht oder schlicht herumrennt. Laut Anna Malunat handelt es sich um Tonsammler. Reichlich kafkaesk das Ganze. Da singt jemand ein bisschen, und schon gruppieren sich Notizbuchschreiber und ein Dirigentendouble um ihn. Was und wie da genau ...
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Maître Ponnelle hat’s vorgemacht. Er war der Weltmeister, ein global player im Vermarkten seiner Inszenierungsideen. Robert Carsen kann’s aber auch. Der kanadische Regisseur hatte Händels «Semele» 1996 für Aix-en-Provence konzipiert, die English National wie die Vlaamse Opera und Köln hingen koproduzierend dran. Jetzt folgte Zürich. Doch dort wurde ein ganz...
Je älter er wurde, desto aristokratischer wirkte er mit seiner schlanken Gestalt und dem schmalen, vergeistigten Gesicht. Aber wenn man ihm begegnete, in Spoleto bei seinem «Festival zweier Welten» oder auch nur im kleinen Gießen, wo er auf Einladung seinen «Konsul» und seine «Globolinks» inszenierte, dann schienen die Jahre irgendwie spurlos an ihm...
Ein großer Tag, ein Ehrentag für Generalintendant Klaus Pierwoß: In seiner letzten Spielzeit wurde ihm der neu geschaffene Preis der Deutschen Theaterverlage überreicht, und was Winfried Jacobs, der Vorsitzende der Jury, dazu an Begründungen in seiner Laudatio ausführte, zeigte eindrucksvoll den Rang, den das Bremer Musiktheater dank Pierwoß während der letzten...
