Neues in nicht immer gänzlich neuem Gewand
Das gibt es auch nicht alle Tage. Eine junge Regisseurin wirft zwei Tage vor der Premiere hin und reist ab, weil man sie um ein paar kleine szenische Änderungen bittet. So geschehen im Next Liberty, einer Nebenspielstätte der Grazer Oper. Dort versuchten sich vier Nachwuchskomponisten aus den Klassen etwa von Beat Furrer oder Georg Friedrich Haas an Kurzformen musiktheatralen Schaffens. Vor allem drei Dinge wurden dabei deutlich: Es gibt begabte junge Komponisten/innen; zu viel Orientierung an einem Lehrer ist eher schädlich; ein unausgewogenes szenisches Konzept kann viel zerstören.
In einer Bühnenlandschaft aus Notenbögen, alten Grammofonen, Filmprojektoren, Tonbandgeräten mit herausquellenden Bändern und im Raum verstreuten Instrumenten und Musikern, bewegt sich ein Haufen Menschenmaterial. Es handelt sich um die Statisterie der Grazer Oper, die Notenpapier faltet, Projektoren bedient, telefoniert, immer wieder schreit, das Licht an- und ausmacht oder schlicht herumrennt. Laut Anna Malunat handelt es sich um Tonsammler. Reichlich kafkaesk das Ganze. Da singt jemand ein bisschen, und schon gruppieren sich Notizbuchschreiber und ein Dirigentendouble um ihn. Was und wie da genau ...
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Sympathie voraus. Das war stets die Devise, von Band zu Band. Kaum ein Musikschriftsteller, kaum ein groß angelegtes Werk, dem die uneingeschränkte Hochachtung von Station zu Station von vornherein so sicher gewesen wäre wie Ulrich Schreiber und seinem «Opernführer für Fortgeschrittene». Und das schon, aber keineswegs nur wegen der nachgerade gigantischen...
Der Big Apple liebt den Superlativ. Wer sich und seine Sache nicht in den höchsten Tönen anpreist, steht hier schnell im Abseits. Das Größte, das Glanzvollste, das Berühmteste muss es schon sein, wenn man die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit erregen will. Auf dem Marktplatz New York zählt nun mal vor allem der grelle Pinselstrich, das blendende...
Am Ende seines Lebens machte Wagner die viel zitierte Bemerkung, er sei der Welt noch einen «Tannhäuser» schuldig. Hat er im Innersten geahnt, dass das Theater dank seiner Kunst der permanenten Verwandlung einen neuen «Tannhäuser» auch ohne Hilfe des ursprünglichen Schöpfers herstellen könnte? Hundertfünfzig Jahre nach dem Erscheinen des Werkes hat sich der...
