«Zur Not auch als Kasperl-Komödie»

Als Eintracht in der Zwietracht hätte Shakespeare die Zusammen­arbeit von Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal charakterisiert. Fruchtbar war sie jedenfalls

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«Ihre Art entspricht so sehr der meinen, wir sind füreinander geboren und werden sicher Schönes zusammen leisten, wenn Sie mir treu bleiben …» Dieses schrieb nicht etwa, errötend, ein Jüngling seiner Angebeteten ins Stammbuch. Sondern ein pragmatischer, als hemdsärmelig geltender Komponist, von Thomas Manns Adrian Leverkühn als «begabter Kegelbruder» bezeichnet, im Brief an einen Dichter von höchst empfindlichem Nervenkostüm – Richard Strauss an Hugo von Hofmannsthal.

Ob Intuition oder Berechnung, der Kegelbruder sollte Recht behalten: «Viel Schönes» entstand aus ihrer (in der Praxis nicht immer harmonischen) Zusammenarbeit, die 1906 mit der Oper «Elektra» begann.

Allzu Schönes, befand wiederum der Wiener Schriftsteller und Kritiker Hans Weigel, den als Strauss-Freund zu bezeichnen allerdings auch ein Euphemismus wäre. In seinem Bändchen «Apropos Musik» (Zürich 1965) stellt er fest, dass mit «Elektra» und der Kooperation Strauss/Hofmannsthal ein «säkulares europäisches Malheur» begonnen habe: «Es setzt in der zweiten Hälfte der ein, wenn Elektra dem Orest begegnet und aus der harten, heftigen, die noch überbietenden Gewaltsamkeit plötzlich die schönen Stellen ...

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Opernwelt Jahrbuch 2021
Rubrik: Traumpaare, Seite 71
von Gerhard Persché

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