Zukunftsforschung
Streng abgezäunt sind die drei Biotope, und in allen wird reich geerntet. Hier die Bayerische Staatsoper mit ihren kulinarischen Stückbefragungen und dem weltklassigen musikalischen Niveau, dort das Gärtnerplatztheater, Münchens klingende Volksbühne – und dann gibt es noch die Bayerische Theaterakademie, die regelmäßig mit ihren Ausgrabungen Neugier weckt. Etwa mit Antoine Mariottes «Salome», die zur «Wiederentdeckung des Jahres» gekürt wurde, und jetzt gerade mit «L’arbore di Diana» des Mozart-Zeitgenossen Vicente Martín y Soler.
Letzteres wurde noch von Klaus Zehelein projektiert, doch viel spricht dafür, dass sein Nachfolger im Amt des Akademie-Präsidenten, Hans-Jürgen Drescher, bei dieser Politik bleibt.
Auch künftig soll es also Opern mit dem Münchner Rundfunkorchester im Prinzregententheater geben, wobei Drescher vor übertriebenen Erwartungen warnt – schließlich sei man ja ein Ausbildungsinstitut. «Sicher werden wir Stücke spielen, die andere nicht ansetzen, und damit Aufmerksamkeit erregen, aber die müssen tauglich sein für die jungen Sänger.» Wohin die Reise mit Drescher geht? Das Stichwort «digital» fällt oft im Gespräch. Das geht von der Video-Würze in Inszenierungen über ...
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Opernwelt April 2015
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Markus Thiel
An vier Abenden und vier verschiedenen Orten spielte das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg im September 2012 «Moses und Aron»: in der Berliner Philharmonie, im Kultur- und Kongresshaus Luzern, «zu Hause» im Konzerthaus Freiburg, schließlich im Palais de la Musique et des Congres Strasbourg. Die von Sylvain Cambreling, dem langjährigen Chefdirigenten...
Jubilare
Fiorenza Cossotto studierte am Konservatorium von Turin und setzte ihre Ausbildung an der Mailänder Scala fort, bevor sie dort 1957 bei der Uraufführung von Poulencs «Dialogues des Carmélites» in der Partie der Sœur Mathilde debütierte. Ein Jahr später folgte ihr internationales Operndebüt als Giovanna Seymour in Donizettis «Anna Bolena» beim Wexford...
Mit «Ich komme, grünende Brüder» ist es nichts. Kein Mädchen, das sich in einen Lorbeerbaum verwandelt. Daphne, schuldig am Tod ihres Jugendgespielen Leukippos, bekommt Handschellen angelegt. «Abführen!»: So hätte der Befehl an den Uniformierten am Ende lauten können. Leer die Szene. Die Musik allein spricht das Schlusswort. Sie flutet den Raum. In das...
