Zersplitterte Welt

Zum 70. Geburtstag des italienischen Komponisten Luca Francesconi

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Die Sonne über Mailand, sie leuchtete an diesem milden Apriltag des Jahres 2011. Doch nur außerhalb des Teatro alla Scala. Drinnen war es düster. Und das nicht nur, weil der Stoff, der dort verhandelt wurde, dieses Attribut in sich trug – Heiner Müllers von toxischen Energien durchfurchtes Theaterstück «Quartett» spielt sowohl vor der Französischen Revolution als auch in einem Bunker nach dem (fiktiven) Dritten Weltkrieg.

Mochte vom Krieg auch wenig zu sehen sein, die Uraufführung von Luca Francesconis gleichnamigem Musiktheater verstörte dennoch nicht wenige der geladenen Gäste. Über der Bühne schwebte ein tonnenschweres Parallelepiped (ein geometrischer, von sechs Parallelogrammen begrenzter Körper); im Vergleich dazu wirkte selbst das Schwert des Damokles als buchstäblich leichte Ware. Auch das Geschehen selbst ließ alle guten Geister verstummen: Die Marquise Merteuil (Allison Cook) und der Vicomte Valmont (Robin Adams) zerfetzten ihre Seelen in einem abweisend-finsteren Raum, der an eine Gefängniszelle gemahnte. Nicht genug: Regisseur Alex Ollé hatte sich dazu noch Projektionen ausgedacht, die das Wirken kosmischer Kräfte illustrierte und verarmte Menschenmassen zeigte. Trost ...

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Opernwelt März 2026
Rubrik: Magazin, Seite 90
von Jürgen Otten

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