Ungefähre Welt

Dirk Schmeding belässt Debussys «Pelléas et Mélisande» in Darmstadt in ihrer zarten Rätselhaftigkeit

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Es sind glockenhelle, luzide Töne, die Jana Baumeister bei ihrem Rollendebüt als Mélisande in den Bühnenhimmel schickt, mit lyrischer Leuchtkraft und makellos reinem Timbre. Doch bei aller Transparenz – ins Seeleninnerste der Figur lässt dieser irisierend schöne Gesang ganz bewusst nicht blicken. Was Mélisande denkt und fühlt, bleibt im Dunkeln, wie ein gut gehütetes Geheimnis. Die Titelheldin in Debussys «Pelléas et Mélisande» zählt zu den rätselhaftesten Figuren des Opernrepertoires. «Ne me touchez pas – berührt mich nicht», lauten ihre ersten gesungenen Worte.

Wer ist diese fragile, verführerische Kindfrau mit dem rapunzellangen, blonden Haar, die einsam und verloren im Wald umherirrt, bis Golaud sie entdeckt und auf das väterliche Schloss mitnimmt? Woher stammt sie? Was ist ihr widerfahren? Eindeutige Antworten darauf gibt es nicht. Vielmehr führt jeder Annäherungsversuch an die Figur ins Vage. Ihr werde kalt, antwortet Mélisande etwa auf Golauds Frage, wie alt sie sei. Doch nicht allein die Titelfigur, auch die gesamte, auf dem Libretto des belgischen Symbolisten Maurice Maeterlinck basierende Oper lässt sich nur schwer (be)greifen. Das vielschichtige Werk, das zwischen ...

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Opernwelt März 2026
Rubrik: Im Focus, Seite 18
von Silvia Adler

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