Zeremonien und Rituale

Albrecht Thiemann über die New Yorker Uraufführung von Tan Duns «The First Emperor» mit Plácido Domingo an der Met und im Gespräch mit Peter Gelb, dem neuen Chef an ­Nordamerikas größtem Opernhaus

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Der Big Apple liebt den Superlativ. Wer sich und seine Sache nicht in den höchs­ten Tönen anpreist, steht hier schnell im Abseits. Das Größte, das Glanzvollste, das Be­rühmteste muss es schon sein, wenn man die Aufmerksamkeit der ­Öf­fentlichkeit erregen will. Auf dem Marktplatz New York zählt nun mal vor allem der grelle Pinselstrich, das blendende Breitwandformat.
Wie das gewinnbringende Zusammenspiel von Produkt und PR dort funktioniert,  lässt sich am Beispiel der Metropolitan Opera studieren.

Seit Peter Gelb die Zügel in dem 3800-Plätze-Haus am Lincoln Center in der Hand hält, ist die alte Operntante gleichsam über Nacht wieder zu einem hot issue geworden. Die Premiere von «Madama Butterfly» in der Inszenierung des Hollywood-Regisseurs Anthony Min­ghella, mit der Gelb im September vergangenen Jahres die erste Saison seiner Amtszeit eröffnete (siehe OW 11/2006), hatte das Flair eines unverzichtbaren gesellschaftlichen Events: So viele (Film-) Stars und VIPs jedweder Provenienz waren schon lange nicht mehr in den Met-Foyers gesichtet worden. Zudem hatte der neue General Director eine Live-Übertragung der Aufführung auf den Times Square eingefädelt: Tausende New Yorker konnten ...

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Opernwelt März 2007
Rubrik: Im Focus, Seite 14
von Albrecht Thiemann

Vergriffen
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