Zeitlose Antike
Die griechische Literatur kennt Elektra, Medea, Klytemnästra und manch andere mythologische Schreckensfrauen. Frank Wedekinds Femme fatale Lulu, das «wilde schöne Tier», die «Alleszerstörerin» übertrifft sie indes alle. Lulu gebraucht und vernichtet die Männer wie jene in ihr nur das Weib gebrauchen, bis sie es zerstören. Nicht verwunderlich, dass die Gestalt der Lulu vielen Griechen keineswegs fremd ist, hat dieser «Dämon des weiblichen Geschlechts» (Wedekind) doch durch und durch antikes Format.
Nikos Tsouchlos, Künstlerischer Leiter und Generalmusikdirektor des Megaron, des gigantischen Athener Multifunktions-Konzerthauses und Konferenz-Centers, hat sich einen persönlichen Wunsch erfüllt, indem er Bergs «Lulu» jetzt erstmals nach Hellas holte: ins seit der letzten Olympiade und dem Beitritt des Landes zur EU prosperierende, prächtig aufgeputzte Athen. Als Anlass für das griechische «Lulu»-Debüt wählte Tsouchlos die Eröffnung jener neuen, tausendsiebenhundert Plätze bietenden Opernspielstätte des Megaron, die direkt neben dem großen Konzertsaal (zweitausend Plätze) liegt. 1991 war der elegante, großzügig in weißen Marmor gehüllte Komplex seiner Bestimmung übergeben worden. Man ...
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Das Projekt verdankt sein zentrales Stichwort dem bewundernden Ausruf eines Radioreporters über den Stürmer Günter Netzer (bzw. dem Kulturtheoretiker Karl Heinz Bohrer, der die tiefsinnige Formulierung kolportierte). Die Kreation zielt hörbar auf Phänomene der Alltagskultur – und auf den Versuch, Impressionen und Entladungen aus der Fußballwelt in die Sphäre...
Es sollte die glanzvolle Saisoneröffnung und zugleich der Auftakt der musikalischen Veranstaltungen des Mozartjahres in Spanien werden. Die Presse hatte die Rückkehr des Don Juan in einer echten Eigenproduktion mit spanischer Starbesetzung mit reichlich Vorschusslorbeeren bedacht. Doch es kam anders. Das späte Debüt des Theaterregisseurs Lluis Pasqual und des...
Zum Auftakt der Spielzeit gab Mannheims neue Intendantin Regula Gerber ihre Visitenkarte ab. Man eröffnete mit einer Neuinszenierung von Verdis «La forza del destino» (siehe Seite 6 dieser Ausgabe). Zwei Tage später die andere Seite der Karte: ein Abend mit Werken Luciano Berios.
Man sitzt im Schauspielhaus. Schwarze ansteigende Bühnenrampe. Über Bühne und...
