Zeichen der Zeit

Ein herausragend edierter Band beleuchtet Entstehung und Gestalt von Viktor Ullmanns Kammeroper «Der Kaiser von Atlantis oder die Tod-Verweigerung»

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Der 27. Januar ist in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland ein überaus bedeutsames Datum. An diesem Tag wird seit nunmehr 30 Jahren der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau gedacht, einem der schlimmsten Orte, die es seit Menschengedenken gegeben hat; es genügt, um das zu wissen, Primo Levis vorbehaltlose Erinnerungen «Ist das ein Mensch?» noch einmal zu lesen.

In Auschwitz wurde für jede Jüdin, für jeden Juden Wirklichkeit, was Sartres Sentenz «Die Hölle sind die anderen» (aus dessen Drama «Geschlossene Gesellschaft») in der hierarchischen Perspektive bedeutete und was schon Sophokles in seiner «Antigone» den Chor der alten Thebaner sagen lässt: «Ungeheuer ist viel. Doch nichts / Ungeheurerer als der Mensch.»

Viktor Ullmann, der noch im KZ Theresienstadt als vom Arbeitsdienst freigestellter Organisator von Musikveranstaltungen die Zeit dazu gefunden hatte, seine Kammeroper «Der Kaiser von Atlantis oder Die Tod-Verweigerung» zu komponieren und sogar noch einzustudieren – die Noten für die dort verfügbare Besetzung von Streichquintett, Flöte, Oboe, Klarinette, Altsaxophon, Trompete, Banjo, Cembalo (Klavier), Harmonium und kleines Schlagwerk schrieb er auf ...

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Opernwelt März 2026
Rubrik: Magazin, Seite 92
von Jan Verheyen

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