Klimt in Tönen
Erst 1988, mehr als 60 Jahre nach ihrer Uraufführung, gelangte sie in Bielefeld wieder auf die Bühne. Vier Jahre später folgte die Maßstäbe setzende Gesamtaufnahme bei Decca mit Anna Tomowa-Sintow in der Titelpartie; 2018 kam eine weitere höchst achtbare hinzu mit dem Ensemble des Theaters Freiburg unter Fabrice Bollon; nahezu zeitgleich inszenierte Christof Loy das Stück nobel und nüchtern an der Deutschen Oper Berlin. Trotzdem ist Erich Wolfgang Korngolds Oper «Das Wunder der Heliane» ein Phantom der Oper geblieben.
Daran wird sich auch nach der Gemeinschaftsproduktion der niederländischen Reisopera und der Opéra national du Rhin in Strasbourg wenig ändern. Tatsächlich ist es Korngolds Musik, die in ihrem geradezu ätherischen Klangreichtum, ihrer subtilen Erotik, ihren farblichen Nuancen fesselt. Sie ist das konstituierende Element: Die Musik ist die Handlung. Regisseur Jakob Peters-Messer beschränkt sich deshalb, ähnlich wie Loy in Berlin, auf ein minimalistisches Szenario, auch wenn Guido Petzolds Einheitsraum bildlichen Verwandlungen unterworfen ist. Das Netz von Lichtwellen, das durch die spiegelnde, unregelmäßige Deckenkonstruktion entsteht, unterstreicht die Phantastik des ...
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Opernwelt März 2026
Rubrik: Panorama, Seite 62
von Alexander Dick
An der Grenze herrscht absolute Ruhe. Die Hexen auf dem Brocken, dessen Silhouette man mit etwas Phantasie in der Ferne erahnen kann, schweigen still und stumm. Walpurgisnacht ist wohl ein anderes Mal. Vermutlich sieht man auch deswegen keinen Menschen in den Gassen von Sangerhausen, der in Theaterwelten berühmten sachsen-anhaltinischen Kreisstadt, durch die der...
Die Geschichte um das Konzert im Jahre 1995 ist besser als der Abend selbst. Llangollen in der Grafschaft Denbighshire im Nordosten von Wales – kaum einer kennt dieses Örtchen. Für Fernando Pavarotti bekam es allerdings eine immense Bedeutung und auch für seinen damals 19-jährigen Sohn Luciano. Beide nahmen 1955 als Mitglieder der Società Corale Gioachino Rossini...
Wo es um Verführung geht, um sinnlich-erotisches Begehren, also um die mannigfaltigen Formen von Lust und Sexualität, war die Philosophie nie weit. Schon Platon warnte höchst eindrücklich davor, sich dem ungezügelten Verlangen hinzugeben, er plädierte für einen vernunftgesteuerten, empathischen Liebesbegriff. Auch in der Folge versuchten die Interpreten dieser...
