Unermüdlich, unvergleichlich
Seit vierzig Jahren steht Véronique Gens auf der Bühne – unermüdlich, unerschöpflich, unvergleichlich im goldenen Herbst ihrer Stimme. Allein anhand ihrer kaum mehr überschaubaren Diskographie ließe sich eine komplette Geschichte der französischen Oper von den Anfängen bis zur Moderne, von Jean-Baptiste Lullys «Alceste» bis zu Francis Poulencs Monodrama «La Voix humaine» schreiben.
Dass sie aber nicht nur eine Grande tragédienne des klassischen Musiktheaters, sondern wie ihre große Vorgängerin Régine Crespin auch eine Super-Diva der leichten Muse ist, hat sie in der CD-Buch-Serie des Palazzetto Bru Zane bereits mit diversen Operetteneinspielungen von Reynaldo Hahn, Charles Lecocq, André Messager und Jacques Offenbach bewiesen.
Jetzt legt sie, superb bis aufs i-Tüpfelchen begleitet von ihrem alten Weggefährten Hervé Niquet und dem in Nantes und Angers ansässigen Orchestre National des Pays de la Loire, ein Recital mit Airs und Couplets aus 15 Offenbach-Operetten vor – bekannten wie unbekannten –, darunter auch unveröffentlichte Stücke, die damals nicht in den gedruckten Klavierauszügen erschienenen sind. Der gebürtige Kölner und sozialisierte Wahl-Pariser Offenbach, der Mozart der ...
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Opernwelt März 2026
Rubrik: Medien, Seite 39
von Uwe Schweikert
Oper oder Oratorium? Das ist hier, da ein biblischer Hintergrund fehlt, nicht die Frage. Bei dem Werk, das am 19. Februar 1736 vor illustrem Publikum im Covent Garden Theatre zu London aus der Taufe gehoben wurde, handelt es sich entschieden um eine Ode. Schon die Vorlage, John Drydens «Alexander’s Feast; or the Power of Musick», war, wenngleich nur in barock...
Shakespeares Dänenprinz lag nicht falsch mit seiner Einschätzung: Die Welt ist tatsächlich aus den Fugen. Daran können auch die beiden Vampirinnen mit den niedlichen Namen Vampi und Bampi wenig ändern. Das Problem, vor dem sie stehen, nennt sich Entropie, jenes irreduzible Maß für die Unkenntnis der Zustände und die Idiotie aller einzelnen Teilchen. Da sitzen sie...
Lange her, dass man in Franco Zeffirellis Verfilmung von Verdis «Traviata» nicht nur hörte, sondern sah, dass Violetta Valérys trauriges Ende in keinem Moment dieser Oper abzuwenden sein wird. Viele Inszenierungen greifen das zu Recht auf und bebildern schon die Ouvertüre entsprechend. Doch keineswegs immer so eindrucksvoll und originell, wie es nun am Stadttheater...
