Unermüdlich, unvergleichlich
Seit vierzig Jahren steht Véronique Gens auf der Bühne – unermüdlich, unerschöpflich, unvergleichlich im goldenen Herbst ihrer Stimme. Allein anhand ihrer kaum mehr überschaubaren Diskographie ließe sich eine komplette Geschichte der französischen Oper von den Anfängen bis zur Moderne, von Jean-Baptiste Lullys «Alceste» bis zu Francis Poulencs Monodrama «La Voix humaine» schreiben.
Dass sie aber nicht nur eine Grande tragédienne des klassischen Musiktheaters, sondern wie ihre große Vorgängerin Régine Crespin auch eine Super-Diva der leichten Muse ist, hat sie in der CD-Buch-Serie des Palazzetto Bru Zane bereits mit diversen Operetteneinspielungen von Reynaldo Hahn, Charles Lecocq, André Messager und Jacques Offenbach bewiesen.
Jetzt legt sie, superb bis aufs i-Tüpfelchen begleitet von ihrem alten Weggefährten Hervé Niquet und dem in Nantes und Angers ansässigen Orchestre National des Pays de la Loire, ein Recital mit Airs und Couplets aus 15 Offenbach-Operetten vor – bekannten wie unbekannten –, darunter auch unveröffentlichte Stücke, die damals nicht in den gedruckten Klavierauszügen erschienenen sind. Der gebürtige Kölner und sozialisierte Wahl-Pariser Offenbach, der Mozart der ...
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Opernwelt März 2026
Rubrik: Medien, Seite 39
von Uwe Schweikert
Melancholie, mon amour! So flüstert man ins Dunkel, wenn das Solo-Violoncello zu Beginn der «Elegie» seinen traurigen Gesang anstimmt, so als sei es die Verkörperung eines großen (schönen?) Schmerzes in einer kleinen, verwundeten Seele, und wenn danach Hélène Guilmette in eine der fiktiven Frauenfiguren Massenets hineinschlüpft und die tristen Verse von Louis...
Frau Denoke, in drei Stunden hebt sich hier in Mainz der Vorhang zur Premiere von Korngolds «Toter Stadt». Wo wären Sie dann am liebsten: auf der Bühne, hinter den Kulissen oder ganz weit weg?
(lacht) Das ist schwer zu sagen. Auf der Bühne definitiv nicht. Ich habe dort zwei großartige Protagonisten, es ist ihr Abend und nicht meiner. Hinter der Bühne wäre ich...
Lange her, dass man in Franco Zeffirellis Verfilmung von Verdis «Traviata» nicht nur hörte, sondern sah, dass Violetta Valérys trauriges Ende in keinem Moment dieser Oper abzuwenden sein wird. Viele Inszenierungen greifen das zu Recht auf und bebildern schon die Ouvertüre entsprechend. Doch keineswegs immer so eindrucksvoll und originell, wie es nun am Stadttheater...
