Außer Musen nichts gewesen

Thaddeus Strassberger verliert sich in Brüssel bei der dortigen Erstaufführung von Berlioz’ «Benvenuto Cellini» im Prunk, Alain Altinoglu schärft den Blick fürs Werk

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Im Fernsehzimmer des päpstlichen Schatzmeisters Giacomo Balducci laufen KI-generierte Videos. Und auch die Idee für manche neonlichtdurchflutete Karnevalsszene ist nicht (nur) menschengemacht. Das Regieteam um Thaddeus Strassberger war so offen, einige als Inspiration dienende KI-Bilder mit ins dicke Programmbuch drucken zu lassen. Abgebildet ist eine bizarre, orgiastische Fröhlichkeit, die doppelt Unbehagen bereitet. Zum einen, weil sie überdreht und unkontrollierbar wirkt.

Zum anderen, weil die gefräßige «künstliche Intelligenz» neue Ikonographien suggeriert, die aber bei näherem Hinsehen nur sehr bedingt mehr Sinn ergeben. Das Ergebnis ist ein vor Kunstwerken wimmelndes Pandämo -nium, das durch die Fülle die Besonderheiten verschwimmen lässt. Der ChatGPT-Prompt für den Abend könnte so ausgesehen haben: Bitte fass das Libretto der Oper «Benvenuto Cellini» von Héctor Berlioz in wenigen Bildern und einer modernen Ästhetik zusammen, aber pack dort alles rein, was kunstgeschichtlich in Zusammenhang mit Rom und Italien relevant erscheinen könnte! Und dreh die Sättigung auf!

Im Fokus bleibt dennoch die Kunst zum Anfassen. Der Auftrag für den Papst, dessen Vorschuss Cellini mit seinen ...

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Opernwelt März 2026
Rubrik: Im Focus, Seite 10
von Anna Chernomordik

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