Wurzeln des Klangs

PETER EÖTVÖS über Stockhausen, die verdrängte Geschichte Liliths und sein Meta-Oratorium «Halleluja»

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Herr Eötvös, Sie sind 1966 als junger Mann von Budapest nach Köln gezogen, um dort zu studieren. Durch einen Zufall begegneten Sie wenige Tage nach der Ankunft Karlheinz Stockhausen. Daraus entwickelte sich eine enge Zusammenarbeit, die zehn Jahre währte. Klingt dieser frühe Einfluss bis heute nach?
Ja und nein. Ich habe von Stockhausen vor allem Kompositionstechniken gelernt. Die Ausbildung an der Budapester Musikakademie war wunderbar, aber traditionell ausgerichtet. Alles drehte sich um das Schöne. Welche Farben, welche Proportionen usw.

machen das Schöne aus? Das Woher oder Warum spielte keine Rolle. Und genau da setzte Stockhausen an, an den Wurzeln des Klangs. Was sind die Grundelemente der Musik? Wie baut man eine Schwingung auf? Warum klingt etwas? Davon wusste ich nichts, bevor ich ihm begegnete. Stilistisch habe ich allerdings nichts von ihm übernommen. Ich glaube, kein Ton, kein Motiv, keine Konstruktion in meinen Werken geht auf ihn zurück. Nur die Erfahrungen aus unserer Zusammenarbeit.

Ihre Oper «Drei Schwestern» ist für zwei Orchester konzipiert. Eine Stockhausen-Idee ...
Nicht direkt, aber ohne die intensive Beschäftigung mit «Hymnen», der Version für elektronische ...

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Opernwelt Juli 2016
Rubrik: Magazin, Seite 72
von Albrecht Thiemann

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