Wucht und Balsam
Oper als Welttheater, wuchtig-robust, gleichwohl dauernd absturzgefährdet: So etwa wäre Verdis «La forza del destino» zu charakterisieren, ein Werk nah an Kolportage und Kitsch, dennoch und zudem ein immenser Ausblick auf die condition humaine nach Art Victor Hugos – der ungewöhnlich vollmundige Titel, die jäh wechselnden Schauplätze zwischen Adelspalast, Kloster, Schlachtfeld signalisieren es.
Und inmitten des bunten Wirbels die vertraute Verdi-Konstellation des ohnmächtigen Liebespaares zwischen guten und bösen Vaterfiguren und zusätzlich – wie eine Vorahnung islamistischen Konfliktpotenzials – dem rachsüchtigen, traditionalistischen Bruder. In Zürich war diese in Verdis Œuvre ein wenig exterritorial stehende Oper Chefsache. Intendant Andreas Homoki inszenierte selbst; Fabio Luisi beglaubigte die Partitur mit seiner GMD-Autorität. Das ist auch buchstäblich zu verstehen: Luisi zog die dynamischen Kurven gewaltig hoch; bisweilen konnte der Eindruck einer Aufführung für Schwerhörige entstehen (das zierliche Zürcher Opernhaus hat ja nicht die Dimensionen der Met). Reinster Balsam dann aber das verklärte Schluss-Pianissimo in den in himmlischem Lichtgewölk hochschwebenden Streichern. ...
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Der Vorhang fließt zur Seite, und was hören wir? Musik jedenfalls nicht. Nur ein hässliches, elektronisch verstärktes Schaben, verursacht von einem Greis, der im schwarzen Lederanzug an gedeckter Miniaturtafel sitzt und mit höchster Mühe seinen Stuhl zurechtrückt. Verwundern darf diese Quälerei nicht, schließlich ist Hieronymus Makropulos biblische 375 Jahre alt....
ML = Musikalische Leitung
I = Inszenierung
B = Bühnenbild
K = Kostüme
C = Chor
S = Solisten
P = Premiere
UA = Uraufführung
WA = Wiederaufnahme
Deutschland
Aachen
Theater Aachen
Tel. 0241/478 42 44
theaterkasse@mail.aachen.de
www.theateraachen.de
– Don Giovanni: 4., 7.
– Maria Stuarda (halbszenisch): 11., 15.
– Das schlaue Füchslein: 6., 8., 12.
Altenburg
siehe Gera
Annaberg-B...
Der Schlussgag hätte besser nicht klappen können. Fröhlicher Applaus im erschreckend spärlich besuchten Theater Basel. Karl-Heinz Brandt, eben noch ein engagierter Auktionator, stolpert beim Schritt zurück, strauchelt und stürzt. In diesen Augenblicken passiert etwas Faszinierendes: Man kann spüren, wie das gewissermaßen kollektive «Hoppla» einer unschönen Angst...
