Women in Love
Es ist kurz vor eins, die Sonne bricht sich soeben durch die Wolken (aber das wissen wir erst später), da geschieht das Unumgängliche: der berühmte Kafka-Moment. Tränen auf der Leinwand, Tränen im Jeremy Hynes Theatre. Man kann weder das eine noch das andere verhindern. Aber was ist das auch für ein Film, dessen Ende so berührend, dessen Geschichte aber so grausam ist, dass man es kaum aushält. Ein Film über den Faschismus in Italien, mitten im Zweiten Weltkrieg, voller Intensitäten und Absurditäten, voller emotionaler Ausbrüche und Skandale, voller Leiden und Leidenschaft.
Mit Darstellerinnen und Darstellern, deren fantastisches Können für die Ewigkeit erhalten bleibt, weil man diesen Film immer und immer wieder sehen kann. Sophia Loren spielt mit gerade mal 25 ihre erste ernste Rolle (und sie spielt sie hinreißend authentisch), Jean-Paul Belmondo, mit Milchflaum auf den Wangen, zeigt sich von einer komplett anderen Seite als in Godards Klassiker «Außer Atem» aus dem gleichen Jahr, Eleonora Brown gibt eine unglaubliche Rosetta, mit Blicken aus einer anderen Welt, die man nie mehr vergessen wird. «Two Women (La ciociara)» von Vittorio De Sica, 1960 in die Kinos gekommen und ein ...
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Opernwelt Dezember 2023
Rubrik: Im Fokus, Seite 22
von Jürgen Otten
Das Café Central, lesen wir bei Alfred Polgar, sei «kein Caféhaus wie andere Café-häuser, sondern eine Weltanschauung, und zwar eine, deren innerster Inhalt es ist, die Welt nicht anzuschauen». Auf der Bühne des Musiktheaters an der Wien im Museumsquartier sieht man jedenfalls genau das Café Central. Mit großer Liebe zum Detail hat Silke Bauer das altehrwürdige,...
arte
03.12. – 05.05 Uhr
Geistliche Polyphonien
Das Ensemble Les Cris de Paris und Geoffroy Jourdain bieten in einem Konzert in der Kirche Saint-Jacques in Reims Psalme und Motetten von Heinrich Schütz dar. Eine Aufnahme ist bei harmonia mundi erhältlich.
03.12. – 16.10 Uhr
Maria Callas forever
Zum 100. Geburtstag widmet Arte der «Primadonna assoluta» einen...
Richard Strauss’ Oper «Die Frau ohne Schatten», zwischen 1911 und 1917 entstanden, wird nicht so oft aufgeführt, wie es ihrem überragenden Rang gebührte. Das hat handfeste praktische Gründe. Das Werk benötigt erstens ein riesiges Orchester mit entlegenen Instrumenten wie Bassetthorn, Glasharmonika und chinesischen Gongs. Zweitens sind fünf Hauptrollen zu besetzen,...
