Wohin mit dem Gesang?

Zur jüngsten Ausgabe des Eclat-Festivals in Stuttgart

Hans-Peter Jahn, Künstlerischer Leiter des Stuttgarter Eclat-Festivals für Neue Musik, ist in den vergangenen Jahren zunehmend von der großen Rätselfrage Musiktheater fasziniert: Wie könnte die Musikbühne jenseits von Literaturoper, Narration und Guckkasten beschaffen sein? In Stuttgart hat Klaus Zehelein mit dem Forum für Neues Musiktheater stets auf der Überholspur Gas gegeben, bis dieses Projekt ein schnödes Ende fand (siehe OW 2/2007). Eclat humpelte hinterher.

Vor zwei Jahren hatte Jahn ein gro­ßes Stückwerk namens «Großstadt nachts» gewagt und war wacker gescheitert mit zehn Miniaturen von zehnminütiger Länge: Der Festivalleiter, der (nicht nur in Programmheften) gern  sprachmächtig aufbraust, hatte sich damals noch als Dichter mit einem Werk beschieden.
In diesem Jahr steuerte Jahn komplett Idee, Texte und Inszenierung für das Haupt- und Abschlussstück des Festivals bei: «Alles klar – Theater mit Gesang», Untertitel: «Eine Karambolage von Kompositionen und Szenen». Kein unattraktiver Ansatz, denn gemäß dem diesjährigen Festivalmotto «Gesang» sollten Komponisten mit neuen Genrestücken Lieder-Klassikern von Schubert, Wolf, Schumann und Strauss entgegentreten, auch Wolfgang ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt März 2007
Rubrik: Magazin, Seite 31
von Götz Thieme

Vergriffen
Weitere Beiträge
Am stillen Herd in Winterszeit

Während in Deutschland Winterstürme tobten, fand in Barcelona bei Temperaturen über zwanzig Grad zum 44. Mal ein Gesangswettbewerb statt, der den Namen des bedeutenden katalanischen Tenors Francesc (Francisco) Viñas trägt – einem Sänger, der nicht nur in der Heimat, sondern auch an der Metropolitan Opera als Nachfolger Gayarres galt und sowohl in der italienischen...

Spannend, geistreich, unterhaltsam

Ein großer Tag, ein Ehrentag für General­intendant Klaus Pierwoß: In seiner letzten Spielzeit wurde ihm der neu geschaffene Preis der Deutschen Theaterverlage überreicht, und was Winfried Jacobs, der Vorsitzende der Jury, dazu an Begründungen in seiner Laudatio ausführte, zeigte eindrucksvoll den Rang, den das Bremer Musiktheater dank Pierwoß während der letzten...

Kraftvolle Jugendlichkeit

«Man kann das Technische, das Vokalartis­tische dieser prachtvoll strömenden, des ­pathetischen wie des zartesten Ausdrucks mächtigen Baritonstimme beschreiben, ihre Feinheit, lyrische Verinnerlichung und männliche Ausdruckskraft, ihre wunderbare Modulationsfähigkeit und vergeistigte Schlichtheit – das alles würde nicht ausreichen, die unvergleichlich tiefe Wirkung...